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Loslassen

Meine Liebe C.,

wenn ich du wäre, dann würde ich folgendes versuchen:

Es sieht so aus, als würde dein ganzer Körper, deine ganze Seele "festhalten" wollen. Das ist nach einem solchen Schicksalsschlag nur zu verständlich.

Ich an deiner Stelle würde mir Natrium muriaticum (auch Natrium chloratum) C 200 besorgen, und eine einmalige Gabe von 10 Kügelchen "riskieren".

Ich formuliere dies hier so, weil du damit rechnen musst, dass, wenn du dann nach Natrium mehr "loslassen" kannst, auch die Tränen kullern können. Natrium ist ein sehr tränenreiches Mittel, ist ja klar, wenn man loslässt. Das muss nicht so sein, aber falls es so sein sollte, dann möchte ich dich vorbereiten. Wenn die Tränen dann kommen sollten, dann wäre es auch ein gutes Zeichen. Wie sollen wir denn sonst mit der Vergangenheit aufräumen, wenn wir nicht auch mal zurückschauen und die Dinge verarbeiten.

Diesen Prozess würde ich natürlich auch innerlich unterstützen. Versuche in deinen inneren Bildern immer wieder dein Kind loszulassen. Stell dir vor, wie es losschwebt, dorthin zurück, wo all unsere Sternenkinder herkommen. Dorthin, wo sie alle jetzt gemeinsam herumspielen und uns von dort aus manchmal kurz zuwinken oder flüstern.

Schau dir die vielen kleinen Geschenke an, die unsere Sternenkinder uns immer wieder machen, und versuche daraus ein wenig Trost zu schöpfen.

Dieses Loslassen ist ein sehr schwieriger Teil. Bei mir hat das monatelang einfach nicht geklappt. Immer wieder ertappte ich mich dabei, wie ich - in meiner Innenschau - mein Kind doch wieder einfach in meinen Armen hielt. Ich musste es immer wieder loslassen. Das ist so gemein. Und es tut immer wieder weh.

Aber, wenn wir nicht auf der Stelle treten mögen, dann müssen wir eines Tages loslassen.

Und wir wollen es ja auch tun, denn, wo immer auch unsere Kinder heute sein mögen, sie haben ein Recht, eines Tages wieder ihren eigenen Weg gehen zu können. Dieses Recht haben unsere lebenden Kinder, wenn sie eines Tages als Erwachsene ihren eigenen Weg gehen. Dieses Recht haben auch unsere Sternenkinder.

Und immer wieder haben wir sie aber so lieb, dass wir sie uns am liebsten vor den Bauch schnallen würden, einfach , weil es sich für UNS gut so anfühlt. Es ist vollkommen legitim, das wir das wollen.

Aber wir sollten im Auge behalten, dass wir eines Tages auch loslassen müssen.

Denn Lieben heißt auch: loslassen können.

Meine Liebe C., eines Tages wird es dir ganz bestimmt gelingen, dein Kind seinen eigenen Weg gehen zu lassen. Deine Entbindung ist noch nicht lange her, es ist klar, dass du nicht loslassen magst. Wer will das schon?

Auch dein Körper hält noch fest. Versuch, ihn zu verstehen. Sei ihm nicht böse dafür, dass er so sehr festhält, dass auch er auf seine Weise so sehr liebt. Sei geduldig mit ihm. Und gib ihm Zeit, so, wie du dir selbst auch Zeit geben solltest.

Sag ihm mal: Danke, dafür, dass du immer so toll funktionierst.

Sag mal deiner Gebärmutter: Danke. Und sag ihr bescheid, was Euch da passiert ist. Es mag jetzt komisch klingen, aber ich erlebe immer wieder, wenn Patientinnen in der Entspannung mit ihren Organen "sprechen", dass diese vollkommen irritiert sind. Sie verstehen gar nicht, dass diese Schwangerschaft schon zuende ist, und denken, alles sei noch beim alten.

Wie sollen sie da von alleine so schnell auf "Empfängnis" umschalten können?

Schau doch mal in dich und finde heraus, was deine Organe so denken und fühlen. Und dann hilf ihnen, erkläre ihnen die Situation und lobe sie auch mal dafür dass sie so eifrig immer noch in eine ganz bestimmte Richtung arbeiten, die aber vom Leben schon vollkommen eingeholt wurde.

Bringe dich und alles in dir auf den neuesten Stand.

Das wirkt oft Wunder!

Ich umarme dich ganz herzlich meine Liebe.

Ich hoffe, du kannst hier etwas finden, was dir hilft.

Ich wünsche es Dir.

Alles Liebe

Biggi