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Babyneid

Meine liebe (**),
schau doch mal, was dein Körper in den letzten wenigen Monaten allein schon durchgemacht hat.
Gehen wir davon aus, dass unser Körper immer mindestens 100 Tage braucht, um sich einmal zu "erneuern", dann ist es bei dir so, dass eigentlich mehrere Heilungen oder Erneuerungen schon eine ganze Weile parallel geschehen.
Ein chirurgischer Eingriff, eine arzneiliche Beeinflussung, dann noch Homöopatika - jedes für sich allein genommen hätte diese 100-Tage -Frist verdient.

Da ist es nicht verwunderlich, wenn der Körper nun erst einmal damit beschäftigt ist dies alles zu verdauen, sich damit neu zu organisieren, als jetzt straight zum Kinderkriegen überzugehen.

Vielleicht fällt es dir leichter, deinem Körper diese Zeit zu geben, und auch mal stolz darauf zu sein, was er zur Zeit alles gleichzeitig leistet, wenn du dir dies mal so, wie ich es gerade tat, veranschaulichst.

Sei gelduldig mit ihm. Nichts was er tut ist falsch. Er ist halt auf seinem Weg. Am Ziel, ja da stehst du, und die Zeit vergeht so langsam, bis er dort ankommt.
Vielleicht sind wir auch alle manchmal wie die kleinen Kinder, die mit ihren Eltern im Auto in den Urlaub fahren, und schon nach 5 Minuten anfragen zu nörgeln, "Wann sind wir denn endlich da ???".

Ich hab immer gesagt, sein wir doch wie die Kinder. Also finde ich es gut, wenn es so ist. Was halt noch fehlt, ist die mütterliche Nachsicht diesen nörgelnden Kleinen gegenüber. Einem Kind gegenüber sind wir verständnisvoll, wohlwissend, dass für sie auf unseren Reisen noch selten der Weg zählt, sondern zunächst das Ziel. Seien wir uns selbst gegenüber doch ebenso nachsichtig, ebenso mütterlich, entdecken wir auch in uns den eigentlichen Charme und die Weltoffenheit, mit der wir uns an neue Ufer begeben.

Der erwachsene Teil, in uns weiß aber, dass der Weg zum Ziel gehört, ja manchmal sogar selbst das Ziel sein kann. Wenn wir eingeschult werden, dann mag es sein, wir wissen, wir werden unser Abitur machen. Aber das braucht dann noch 13 Schuljahre - und die sind es, die uns klüger gemacht haben - nicht das Abiturszeugnis. Du verstehst bestimmt, was ich meine.

Unser Weg zum Wunschkind ist ein Prozess. Im Seelischen wie auch im Körperlichen. Und es tut gut, wenn man dies weiß, es versteht, liebevoll mit sich in diesem Prozess umgeht, und seine Schularbeiten macht. Als Einheit von Psyche und Physis. In gegenseitiger Anerkennung.

Dein Körper ist noch nicht soweit. Solange er auf dem Weg ist, könnt ihr auch nicht gemeinsam ankommen. Ein Teil ist noch auf dem Weg. Nimms gelassen und schau, obs dabei noch was abzustauben, was zu lernen gibt.

Bisher warst du ja sehr gelassen. Ich könnte mir gut vorstellen, das die Begegnung mit der schwangeren Frau vielleicht Auslöser war, jetzt alles so schwarz zu sehen, das Vertrauen in dich zwischenzeitlich etwas zu verlieren.

In den Kinderwunschseminaren arbeiten wir immer auch mit unseren Gefühlen. Dabei kann man lernen, dass eigentlich jedes Gefühl, was wir haben Ableger, Sprösslinge sind von zwei großen Gefühlen: Liebe. Und Angst.

Hier ist es meist so, dass Euphorie, Humor, Freude, alles Kinder der Liebe sind. Gefühle wie Hass, Neid, Ungeduld, Trotz sind eher Abkömmlinge der Angst.

Setzt man sich mit diesen Gefühlen auseinander, dann kann man lernen, immer zu schauen, was dahinter steckt . Ich könnte auch fragen, was ist die "Mutter" des Neides in dem oder dem Fall. Die Antwort könnte lauten, es ist die Scham. Die Scham, dass ich es nicht leisten kann, ebenfalls schwanger zu sein. Und was mag dann die "Mutter" der Scham sein? Ja, es vermutlich schon die Angst, ohne große Umwege. Also fragen wir uns, Angst wovor denn bitte.

So etwa würde ich versuchen die Frage des Ikea-Syndroms zu analysieren. Bei Ikea rennen sie alle rum. Gerne zur Mittagszeit. Die stolzen Bäuche, Frauen die sie - einer Anklage für uns gleich - gut sichtbar vor sich herpräsentieren , nur allzu oft noch einen oder zwei Kinderwagen schiebend. Für ein kostenloses Menü für Menschen unter 1 Meter 20 kommen sie in Scharen, und machen anderen, nicht so glücklichen Frauen damit den Möbeleinkauf schwer.

Oder unmöglich. Denn dann stoßen wir direkt auf sie. Auf die Gefühle, die jeweils Abkömmlinge vom Abkömmling sind. Die uns Angst machen, weil wir sie nicht gleich identifizieren können. Weil die Tränen einfach kommen , ob nun für andere sichtbar oder nicht, und weil wir am Ende schon Angst haben vor diesen Tränen.

Das soll so nicht sein. Das ist so nicht richtig, stimmts?

Der Weg daraus geht, grob gesagt etwa so: Transformieren wir zunächst unsere Gefühle. Schaun wir, was ist hier Mutter von wem. Erfahren wir, dass hinter dem Hass, dem Neid auf fremde Bäuche etwas in UNS steckt, nämlich UNSERE Angst.

Diese Angst ist nicht unser Feind, sie ist unser Partner. Sie ist da für unseren Schutz. Aber auch als Balance für all unsere Liebe, die wir in uns haben. Auch Angst und Liebe sind Partner. Zu dritt sind wir dann ein echtes Team.

Wird die Liebe zu allmächtig, z.B., wenn wir uns holterdipolter verlieben, dann wird sich immer auch ein klein wenig die Angst melden. Uns fragen, ob es nicht gefährlich wäre, wenn wir uns so verlieben. Ob wir uns nicht die Finger verbrennen könnten, bei einer solchen Hals-über-Kopf-Aktion.

Wenn die Angst kommt, dann meldet sich im Gegenzug auch immer ein wenig die Liebe. Mit dem Unterschied, dass es uns schon viel schwerer fällt, dies auch zu erkennen. Oft zeigt sie sich einfach nur durch einen Hauch von Rührung.

Ein möglicher Ausweg aus einer solchen Situation ist es also, diesem Faden nachzugehen. Der Rührung zu folgen. Zu schaun, wessen Abkömmling ist sie denn. So stoßen wir auf immer größere Gefühle bis wir bei der Liebe angelangt sind.

Wir alle sind Gottes Geschöpfe, also sind wir gewollt, also werden wir auch geliebt.

Das können wir uns mal hinter die Ohren schreiben, und tief durchatmen, entspannen.

Und da ist es nur fair, wenn dann am Ende wir auch selbst uns lieben. Auch das ist gewollt. Uns lieben und respektieren, wer, was oder wie auch immer wir sind.

Tun wir das doch mal.

Es ist nicht so, dass wir, wenn wir einst alt sind, von uns sagen können, "ich war von meinen 70 Lebensjahren nur 30 Jahre glücklich, weil ich erst mit 40 Mutter geworden bin."

Nein, so ist das nicht. Eigentlich sind wir immer glücklich, auch wenn das manchmal für uns zunächst erst einmal anders aussehen mag. Das Glück ist immer da, ebenso wie die Liebe, ebenso wie die Angst. Gehen wir in Zukunft also etwas gründlicher mit uns um. Versuchen wir, seelisch in der Balance zu bleiben, oder uns dorthin zu bewegen.

Das macht alles leichter.
Das schafft uns auch etwas Abstand zu uns selbst.
Das lässt uns gelassener, toleranter mit uns umgehen.
Liebevoller und mütterlicher.

tötöh, das war mein Wort zum Sonntag.
Weniger nur für dich , meine Liebe , ich habe es vielmehr zum Anlass genommen, dies auch gleich an uns alle zu schreiben. Denn dies ist ein Problem, das wir mehr oder weniger alle mal haben.

Und dabei sollten wir es nicht belassen. Probleme hat man nicht.

Man arbeitet an ihnen. Man ist nicht Opfer, sondern Täter!!!

Schaun wir also stets, was wir auch selbst immer hier oder da tun können.

Halten wir Balance.

Oder schaffen sie.

In dicker Umarmung
Biggi