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Welches Gewicht hat das Ergebnis eines Spermiogramms?

Die Werte eines Spermiogramms sind also Laborparameter und keine Diagnosen.

 

Machen wir uns klar, welch ein Wunder der Natur eine Empfängnis wahrlich ist, wie hochkompliziert und komplex, dann ahnen wir womöglich, wie viele Faktoren, Prozesse, Übereinstimmungen und Umstände dieses Wunder wohl haben mag, werden wir feststellen: Wir wissen nicht viel.

 

Nach wie vor gilt das, was wir alle schon in der Schule lernten: Es braucht eine Eizelle, eine Samenzelle und ein Wunder.

 

Der Rest liegt im Verborgenen und es ist fraglich, ob wir jemals auch nur einen weiteren Teil davon werden erforschen dürfen. Bleiben wir gerne in diesem Respekt vor der Natur und dem Leben.

 

Ahnen wir, dass es da vermutlich noch viel mehr gibt.

 

Vermuten wir, dass ein Spermiogramm stets einer Tagesform unterliegt und somit schwankt.

 

Hoffen wir, dass die Laborbedingungen die Qualität des Ejakulats nicht beeinflussen.

 

Verstehen wir, wie viel mehr selbst ein erfahrener Androloge über die Laboruntersuchung des Ejakulats hinaus in Erfahrung bringt, um aus dem Wissen aller so eruierten Faktoren über das Spermiogramm hinaus zu einer ungefähren Einschätzung unserer Zeugungsfähigkeit zu gelangen.

 

Wissen wir, dass viele Paare, etwa 50 %, trotz körperlicher Gesundheit und guter Spermienqualität nicht in der angenommenen Zeit empfangen. Und dass wieder andere Paare trotz schlechter Zeugungsprognose aufgrund eines Spermiogramms dennoch ein Baby bekommen.

 

Knicken wir also bitte nicht emotional ein, wenn in einem Spermiogramm der eine oder andere Parameter nicht in die Norm passen wollte.

 

Denken wir in Ruhe nach und bleiben gelassen, bevor zu schnell auf ein schlechtes Spermiogramm hin unsere Frauen das dann ausbaden müssen in Form einer Hormontherapie oder künstlichen Befruchtung, die für sie eine enorme Belastung darstellt.

 

Ein Spermiogramm gehört grundsätzlich immer dann zu einem  Kinderwunschweg, wenn ein Paar das Gefühl hat, das Wunschkind lässt zu lange auf sich warten. Und es ist hilfreich, dass wir es hinzu ziehen können, zu den vielen anderen und weiteren Betrachtungen, die für das Ausgestalten der weiteren Vorgehensweise in Betracht kommen.

 

In meiner Praxis aber erlebe ich fast alltäglich, dass Männer in Anbetracht eines nicht optimal ausgefallenen Spermiogramms regelrecht einknicken. Sobald die Sprache auf die möglichen Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches kommt, verändert sich regelrecht ihre Körperhaltung, sie sagen dann: „Es liegt an mir“. Und dann ist es, als wäre dies ein unabwendbares Urteil. Mit einem unabwendbaren weiteren Etappenziel: Der künstlichen Befruchtung.

 

Gewiss, die künstliche Befruchtung ist eine wichtige und nicht mehr weg zu denkende Möglichkeit einer Befruchtung. Doch in ihrem Vorfeld heißt es: Gelassen bleiben und mögliche andere Strategien entwickeln und ausprobieren.

 

Und die pfiffigste Strategie wäre es doch, auf beide Pferde zu setzen: Die medizinisch unterstützte Befruchtung ebenso für möglich zu halten, wie eine natürliche Empfängnis.

 

Keinesfalls aber ist ein schlechtes Spermiogramm grundsätzlich das „Aus“ für eine natürliche Empfängnis.

Und auch kein Grund, unter einer solchen Diagnose seelisch einzuknicken.

Wir erinnern uns, meine Herren: Die Verschlechterung der Spermienqualität ist ein Europaweites Phänomen, dessen Erforschung in den Kinderschuhen steckt. Viele Männer erhalten derzeit eine schlechte Bewertung ihrer Ejakulate. Und sie alle sind in der Situation, sich jetzt auf einen neuen Weg zu machen, sind in gewisser Weise Pioniere einer neuen Spermienzeit.  Da hilft kein geknickt sein, da hilft nur eines: Aufstehen und diesen neuen Weg antreten.

 

Bleiben Sie also lieber cool, ob Diagnosen wie Asthenozoospermie,  Teratozoospermie oder einem OAT-Syndrom. Es ist noch vollkommen unklar, was diese Diagnosen für  Ihr Leben bedeuten werden.

 

Den folgenden Bericht stellte mir freundlicherweise ein Paar zur Verfügung. Es ist ein sehr typischer Weg eines Kinderwunschpaares mit den typischerweise unterschiedlichen Bewertungen eines Spermiogramms.

 

Hallo Biggi,

 

wir waren insgesamt mit dem Thema in 3 Kinderwunschpraxen und beim normalen Gynäkologen. In der ersten Praxis wurde uns das Ergebnis vom Labor (!) mitgeteilt (vom MTA) und der befand dann, dass das Spermiogramm aussage, dass nur noch eine ICSI möglich sei.

 

Es war nur ein Spermiogramm, keine urologische Untersuchung usw. keine Bluttests, nix.

 

Beim zweiten Mal schickte uns mein Gynäkologe zu einem Urologen/Andrologen. Dieser machte die komplette Palette - körperliche Untersuchung, Hormone, Blut, Keime, Ultraschall und ganz ZULETZT das Spermiogramm.

 

Diese Diagnose ergab,, dass nur eine Einschränkung der Zeugungsfähigkeit zu vermuten sei, und dass das Spermiogramm in Kontroverse zu allen anderen Ergebnissen stehe (stand sogar im Arztbrief) und darum unter Vorbehalt betrachtet werden sollte.

 

Dann waren wir in der nächsten Kinderwunschpraxis, die ebenfalls ein Spermiogramm machte. Diese Ergebnisse wurden uns von der Gynäkologin erläutert und ganz genau wie Du sagst, wurde an ihnen die Behandlung an MIR gemessen - man schlug eine IVF oder Inseminationen vor (letzteres nur nach Rückfrage). Das war der zweite Termin in dieser Praxis gewesen, beim ersten lag der Gyn das Ergebnis vom Urologen vor und auf dieses hin, schlug man nur eisprungauslösende Spritzen und normalen Geschlechtsverkehr vor.

 

Nachdem "hauseigenen" SG (das sogar einen ticken besser war als das vom Urologen) wurde aus dem Geschlechtsverkehr urplötzlich eine IUI, besser noch eine IVF.

 

Zurzeit sind wir wieder in einer Kinderwunschpraxis. Dort legten wir die SG Ergebnisse der vergangenen Jahre vor, die sich grundlegend nie massiv verändert haben.

 

Und jetzt wird´s spannend: Die Gynäkologen  dort interessierten diese Ergebnisse wenig bis gar nicht, DENN schon zu Beginn des Erstgespräches hatte ich ja von meiner Schwangerschaft mit Colin erzählt, ebenso von meiner SS mit Löwenzähnchen (die ich vorher nie erwähnt hatte).

 

Sie erklärte, dass aufgrund der Tatsache, dass ich zweimal mit diesen SG befunden schwanger geworden bin, die SG Ergebnisse nicht zuviel Bedeutung für sie hätten und eine IUI VOLLKOMMEN ausreichend wäre, grundlegend sogar nur eine hormonelle Behandlung um gezieltere Eisprünge zu erzielen.

 

DAS fand ich doch schon sehr erstaunlich, wie die vorhergegangene Schwangerschaft plötzlich die Untersuchungsergebnisse so "harmlos" werden ließ.

 

Ich will damit nur zeigen, dass die Meinungen über SG bei immer gleichbleibenden Ergebnissen ganz, ganz weit auseinandergehen.

 

Und ja, es ist leider so, dass die SG meistens von Leuten bewertet werden, die davon nicht die beste Ahnung haben.

 

Leider wird der Mann auch fast nie mit behandelt. Er darf nur "mitkommen" und seinen "Senf dazugeben" (*räusper* das ist nun eindeutig zweideutig).

 

Meine Gyn schreibt konsequent keine Überweisung für den Mann mit. Sie besteht darauf, dass dieser entweder vom Hausarzt oder besser noch vom Urologen in Kinderwunschpraxen überwiesen werden muss. Praktisch gesehen ist das umständlich, aber vom Sinn her finde ich es vernünftig!

Liebe Grüße, (... )

 

 

 Viele Paare sind nach der Auswertung eines Spermiogrammes erst einmal

ein wenig geschockt.

Ich möchte Euch in diesem Zusammenhang gerne auf eine aktuelle Diskussion in den Kinderwunschforen hinweisen:

Ein Leben nach dem negativen Spermiogramm