Rechtliche Situation
Herausgabe eines fehlgeborenen Kindes aus der KlinikTotes Kind mit nach Hause nehmenBeerdigung eines fehlgeborenen KindesMutterschutzEintrag eines totgeborenen Kindes beim StandesamtBestattungsregelungen in den einzelnen Bundesländern

Bestattungsregelungen in den einzelnen Bundesländern

Bestattung still- und Fehlgeborener Kinder- jedes Bundesland hat seine eigene Regelung

 

Dani hat sich die Mühe gemacht, und die verschiedenen Regelungen einmal zusammen gefasst, hier sind sie:

 

Schleswig Holstein

Als Leichnam gilt hier nur die Totgeburt über 500g, alles andere ist eine Fehlgeburt, diese darf jedoch auf ausdrücklichen Wunsch bestattet werden, hierzu ist eine ärztliche Bescheinigung der Ärzte von nöten. Es besteht das RECHT das Kind zu bestatten, auch unter 500g.


Mecklenburg Vorpommern

Als Leiche gelten Totgeborene über 500g, unter 500g handelt es sich um eine Fehlgeburt. Totgeborene ab 1000g müssen bestattet werden. Unter 1000g darf auf Wunsch bestattet werden, die Klinik muss die Eltern über dieses Recht informieren.
Alle Fehl- und Totgeborenen zwischen der 12. SSW und bis zu 1000g müssen von der Klinik bestattet werden, falls die Eltern keine Einzelbestattung wünschen. Alle Fehlgeborenen unter der 12. SSW müssen in "schicklicher Weise entsorgt" werden und dürfen auch zu wissenschaftlichen Zwecken genutzt werden.



Hamburg


Totgeborene ab 500g gelten als Leichen.
Unter 1000g sind sie nur auf ausdrücklichen Wunsch eines Elternteils zu bestatten. Unter 500g sind sie von den Kliniken auf "hygienisch, sittliche Weise" einzuäschern und unter freiwilliger Teilnahme der Eltern auf einem Grabfeld zu begraben.



Bremen

Hier ist nicht klar ersichtlich, wie die Regelung ist, vermutlich an Niedersachsen angelehnt...



Niedersachsen

Totgeborene über 500g gelten als Leichnam und müssen bestattet werden. Unter 500g müssen sie nicht bestattet werden, sind aber auf Wunsch zur Bestattung zuzulassen.
Unter 500g müssen die Kliniken die Fehlgeborenen "hygenisch einwandfrei usw." durch Einäscherung entsorgen. Ist ein Arzt bei der "Geburt" dabei, muss er die Eltern über die Rechte zur Bestattung aufklären.


Brandenburg

Ab 500g gilt das Totgeborene als Leiche, darunter als Fehlgeburt.
Bis 1000g muss nicht bestattet werden, darf aber wenn dies gewünscht wird.
Sollte dies nicht gewünscht werden, sind die Totgeburten "hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechend zu beseitigen, sofern sie nicht rechtmässig zu wissenschaftlichen, pharmazeutischen und medizinischen Zwecken verwendet werden"...


Berlin

siehe Brandenburg


Sachsen Anhalt

Hier ist es nicht ganz klar formuliert. Auf jeden Fall gilt auch hier das Totgeborene erst ab 500g als Leichnam. Von der Formulierung her scheint eine Bestattung unter 500g zwar erlaubt zu sein - was unter 500g gilt ist nicht ganz verständlich, zumal das Gesetz nicht aktuell vorliegt.



Sachsen

Auch hier gilt die 500g Regelung. Totgeborene unter 500g dürfen ab der 12. SSW auf Wunsch bestattet werden. Eine Änderung im Gesetz soll dies seit Anfang 2009 jedoch unbeschränkt lassen, so dass jedes Kind bestattet werden kann.
Laut altem Gesetz werden die Fehlgeburten unter 500g hier auch nach dem üblichen Wortlauf "hygienisch usw. einwandfrei beseitigt" aber das neue Gesetz will eine Sammelbestattungspflicht für alle (ist aber nicht klar ersichtlich, ob dies gültig ist).


Thüringen

Hier ist das Gesetz ganz neu im Herbst 2009 verabschiedet.
Zitat:
"Mit Leichen, Fehlgeborenen, Leibesfrüchten aus chwangerschaftsabbrüchen ... darf nur so verfahren werden, dass die Würde des Menschen, das religiöse Empfinden des Verstorbenen und das sittliche Empfinden der Allgemeinheit nicht verletzt werden..."   Totgeborene gelten ab 500g. Fehlgeborene nach der 12. SSW dürfen von den Eltern bestattet werden, ansonsten muss die Klinik in einer Sammelbestattung dafür sorgen.
Vor der 12. SSW gilt dass sie eingeäschert oder Erde zugeführt werden müssen - leider wieder in dem üblichen "hygienisch usw." Kontext mit dem Beisatz der Verwendung für wissenschaftliche Zwecke (zulässig - was auch immer das heisst)


Nordrhein-Westfalen

Tot- und Fehlgeburten müssen auf einem Friedhof beigesetzt werden, unabhängig von SSW oder Gewicht. Falls die Eltern dies nicht übernehmen, ist die Klinik dazu verpflichtet.



Hessen

In Hessen müssen Kinder nach Ablauf des 6. SS-Monats bestattet werden, vorher dürfen sie, falls ein Angehöriger dies veranlasst, mehr scheint nicht fest geregelt zu sein.



Rheinland Pfalz

Kinder über 500g sind zu bestatten. UNter 500g muss dies nur geschehen, wenn ein Elternteil dies wünscht. Weiteres scheint nicht geregelt.



Saarland

Ab 500g gilt ein Totgeborenes als Leichnam.
Fehlgeborene unter 500g kann (wohlgemerkt: kann) auf Wunsch der Eltern bestattet werden. Ansonsten sind sie hygenisch einwandfrei zu "beseitigen", wenn sie nicht zu med. Zwecken verwendet werden sollen.
Die Eltern haben das Recht, auf eine Bestattung bis 1000g Geburtsgewicht zu VERZICHTEN.


Baden Württemberg

Laut neuem Gesetz muss auch Eltern von Kindern unter 500g (über gelten sie weiterhin als Person und haben somit Bestattungspflicht) zugestanden werden, das Kind bestatten zu dürfen.
Ansonsten müssen die Einrichtungen die Fehlgeborenen "unter würdigen Bedingungen sammeln und bestatten". Die nicht bestatteten Fehlgeborenen dürfen zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet werden, hierzu bedarf es jedoch einer ausdrücklichen Genehmigung der Eltern. Nach der Beendigung der wiss. Studien muss das Kind würdig bestattet werden.


Bayern

Fehlgeborene gelten bis 500g. Fehlgeborene dürfen einzeln bestattet werden oder in Grabfeldern. Darüber sind die Eltern zu informieren. Können die Eltern nicht bestatten, muss das Klinikum es übernehmen.
Wissenschaftliche Untersuchungen dürfen nur nach ausdrücklicher Genehmigung der Eltern vorgenommen werden, auch hiernach muss das Kind würdevoll bestattet werden.

Stand Oktober 2009