Home
Foren
Kinderwunscharchiv
Fruchtbarkeitsmassage
Trauer

Seminare
Bücher von Birgit Zart
Kontakt
Impressum, Datenschutz und Co











 
Kinderwunsch und Psyche
Der Kinderwunsch braucht eine StrategieSich dem Leben wieder zuwendenRobin Hood- Die Geschenke des Lebens annehmenEmotionalkörpertherapieNur was offen ist, kann auch empfangenTraurig, wenn Mens kommtBabyneidKinderwunsch???In ein tiefes Loch gefallenMein Zyklus macht mich noch verrückt!!Die Kraft vom DankeschönLernen, zu empfangenDie NeandertalerinGoldmarieDie drei Sätze der Maria MagdalenaDie Sache mit den Frauen und der HysterieGewichtszunahme und KinderwunschSchumis RennstreckeWer darf ein Baby haben und wer nichtWenn Kinderseelen sprechenDie Kinder des neuen JahrtausendsIch bin dein Kind

Sich dem Leben wieder zuwenden

Die erste Etappe auf dem Kinderwunschweg

 

 

 

 

Guten Morgen, meine Lieben,

 

ich möchte Euch gerne an folgendem Gedanken teilhaben lassen:

 

In der Kinderwunschzeit ist es wichtig, optimistisch zu bleiben, gelassen, und vor allem: Dem Leben zugewandt.

Das ist leicht gesagt.

Und es mag verschiedene Wege geben, dies zu gewährleisten.

Doch: Was verbirgt sich hinter diesem Gedanken?

Und: Wozu ist er gut?

 

Ich möchte ein Beispiel nennen:

Es gibt so eine klassische Situation im Leben einiger Menschen, die man immer wieder beobachten kann. Eine Ehepaar, welches vielleicht 50 Jahre oder eben sehr lange gemeinsam gelebt hat, verliert einen Teil. Einer der beiden Liebenden stirbt.

Für den verbleibenden Partner ist dies eine enorme Prüfung.

 

Einige Menschen verarbeiten einen solchen Schicksalsschlag, andere aber nicht.

Die einen leben nach einer gewissen zeit der Trauer wieder auf, werden unternehmungslustig, wenden sich dem Leben umso bewusster zu.

Andere aber erholen sich davon nicht,  sie ziehen sich zurück, fast ist es, als würden sie ihren geliebten Partnern in den Tod folgen mögen.

 

Und so erleben wir es häufig: Die Uroma stirbt, und binnen kurzer Zeit „folgt“ ihr der Uropa.

 

Wie kann das sein?

 

Schließlich ist es ja nicht so, dass der Uropa sich das intellektuell vornimmt, einen Plan schmiedet und dann schließlich „erfolgreich“ stirbt.

Nein, eine Frage des Intellekts ist das nicht.

 

Hier müssen andere Kräfte am Wirken sein, ich nenne sie mal unbewusste Kräfte.

Es sind Sehnsüchte.

Ist es die Sehnsucht nach einem geliebten Verstorbenen Menschen, dann ist der Körper anscheinend in der Lage, einem solchen Menschen in den Tod zu folgen. Der Lebenswille zieht sich zurück, der traurige Mensch hat sich vom Leben abgewendet.

 

Diesen Rückzug aus dem Leben bezeichne ich jetzt mal eben als Tendenz zu sterben.

Wie beobachten, dass da etwas wirkt, also muss es auch da sein.

 

Es muss darüber hinaus auch andere Tendenzen geben.

Eine Tendenz zu Leben, beispielsweise.

 

Und es muss auch eine Tendenz geben, zu empfangen.

Eine absolute Sehnsucht, zu lieben, zu leben und zu gebären.

 

Wo immer auch solche Tendenzen gesteuert werden,

es ist nicht der Kopf, nicht der Verstand, nicht der Intellekt.

 

Solche Tendenzen unterliegen unserer Gefühlswelt.

Deshalb ist die Arbeit mit den Gefühlen immer wichtig, auch in

der Kinderwunschzeit.

 

Wenn ein Mensch sich vornimmt, seine Gefühle zu „heilen“ dann steht er am Anfang oft vor einer großen Frage. WAS bitte kann es denn sein, dass ich als im Grunde doch lebendiger Mensch irgendwo in mit verletzte Gefühle habe, die verhindert, dass meine Tendenz zu Leben nicht hundertprozentig in seiner Kraft ist?

So ist das Anfangs: Es kann Alles sein, oder auch  nichts. Wir haben entweder das Gefühl, es gibt Tausend Gründe, oder gar keinen dafür.

 

Doch dies ist ein kleiner Denkfehler. Eine solche Erkenntnis kann ja über den Verstand nicht kommen.

Wir können sie immer nur in unserer Gefühlswelt finden.

Und auch  hier nicht finden wir sie nicht als die eine große Wahnsinnserkenntnis.

Wir begegnen ihr in vielen kleinen Momenten, kleinen Gefühlen und Reaktionen

In uns, wenn wir uns denn erst einmal eingelassen haben, spielerisch mit unseren Gefühlen zu arbeiten.

Spielerisch geht das, Mädels, es geht spielerisch!

Und es funktioniert nur über die Arbeit mit inneren Bildern und den dazu gehörigen inneren Gefühlen.

 

Die erste Phase der spielerischen Arbeit mit den  inneren Bildern ist nach langer Kinderwunschzeit die Phase, in der wir unser Selbstvertrauen als Frau wieder herstellen müssen.

Zu oft haben wir gehört, dass irgendein Teilchen von uns unzulänglich wäre.

 

Unser Kopf speichert es intellektuell ab, er sagt beispielsweise: Ich kann nicht, was andere anscheinend spielend leicht können: Ich kann keine Kinder bekommen.

 

Unser Unterbewusstsein sagt das auch, auf eine andere Weise.

Bitte ich vielleicht eine Frau, sie möge einfach mal ihre Hände auf ihren Bauch legen, sich klarmachen, dass gleich darunter ihre Gebärmutter liegt, und einen guten Kontakt zu ihr aufbauen- dann kann es sein, dass hier schon Tränchen fließen, oder aber es der betroffenen Frau  nicht gelingt, eine Begeisterung, ein positives Gefühl zu ihrer Gebärmutter auf zu bauen.

Oftmals spürt sie einfach ein Nichts.

 

Ist das dem Leben zugewandt??

Vielleicht, ja .

Vielleicht aber nicht genug.

Vielleicht nicht hundertprozentig.

 

Bitte ich beispielsweise eine Frau, sich vorzustellen, wie ihr Bauch in der Schwangerschaft immer und immer dicker wird, dann kann auch diese Vorstellung leicht getrübt sein. Und dann kann man sich wieder Fragen: Ist das dem Leben zugewandt? Der Zukunft? Ist das optimistisch? Vermutlich nicht genug.

 

Was ich damit klarmachen möchte: Die Erkenntnis ,. Dass ich noch zahlreiche Ressourcen und Baustellen habe, mich dem Leben noch mehr zuzuwenden als vorher, das ist nicht eine große ganze Erkenntnis, sie macht nicht: wumms- und ich habe Klarheit.

Es ist anders: Die große und ganze Erkenntnis hierüber, erhalte ich über viele kleine Baustellchen. Kontakte ich mit der Gebärmutter und sie strotzt nicht vor Kraft , Optimismus und Lebenswille, dann habe ich ein erstes Puzzlesteinchen meiner Erkenntnis.

 

Gelingt mit die Vorstellung schwanger zu sein, oder beispielsweise ein Baby in meinen Armen zu halten, nicht hundertprozentig optimistisch,  und ist es mir nicht möglich, bei dieser Vorstellung in eine wirkliche Euphorie zu gelangen, in ein wirklich positives Gefühl, dann habe ich eine weitere kleine Baustelle gefunden, ein weiteres kleines Puzzlesteinchen meiner Erkenntnis.

 

Dies sind nur Beispiele.

 

So kann man seine vielen kleinen Baustellen finden.

Und man arbeitet spielerisch mit diesen Bildern. In dem man einfach die  Gefühle, die zu den verschiedenen Organen, Erinnerungen und Visionen vorhanden sind, zunächst einmal nur wahrnimmt!

Sie einfach nur wahrnehmen, das ist das ganze Geheimnis.

Diese Gefühle beginnen, sich selbst zu heilen, wenn sie zunächst einmal nur wahr genommen werden.

 

Das bedeutet: Wir bewerten die Gefühle auf gar keinen Fall!!!!!

 

Wie viele E-Mail habe ich erhalten, weil die Frauen, die die Traumreise zur Silberschnur gemacht hatten, in ihren inneren Bildern kein Baby am anderen Ende gefunden hatten.

Ihnen allen erklärte ich dasselbe: Es geht nicht um einen vermeintlichen Erfolg in der Arbeit mit inneren Bildern, sondern darum, dass die damit verbundenen Gefühle zunächst einmal nur wahr genommen werden.

Die Selbstheilungskräfte unseres Unterbewusstseins sind so wunderbar ausgestattet, dass es nur wenig braucht, um sie in gang zu setzen. Allein das Wahrnehmen von inneren Bildern und Gefühlen  vermag sie in gang zu setzen.

Findet das Unterbewusstsein in einer solchen spielerischen Erfahrung eine mögliche kleine Baustelle, dann krempelt es förmlich die Ärmel hoch und macht sich an die Arbeit der selbstheilung. Das Unterbewusstsein fängt dann von ganz alleine an, zu korrigieren.

 

Diese Korrektur bemerken wir so: Im Laufe der Zeit verändern sich unsere inneren Bilder und auch die dazu gehörigen Gefühle.

 

Sie tun das von selbst, das habe ich nun hoffentlich klar genug formuliert und oft genu wiederholt. Verlasst euch darauf!

 

Was schreibe ich eigentlich hier ?

Ich erkläre Euch gerade in aller Seelenruhe, das der Weg in die Gelassenheit,  der Weg in die Heilung der Gefühle, in die Balance unserer Hormone, der Weh zum Kind nur aus winzigen,  erfreulichen klitzekleinen Schritten bestehen soll.

Ja, so ist das.

Es ist ein Irrtum,  zu glauben, dass wir, um uns einen immens großen Wunsch zu erfüllen, wir auch eine immens große Leistung vollbringen müssen.

Lassen wir solche Gedanken sein, sie schaden uns nur.

 

Die Hinwendung zum Leben erfolgt in kleinen Schritten.

Der Weg zum Kind ebenso.

In der ersten Phase unseres Kinderwunschweges soll es unser Ziel sein, wieder diejenige zu werden, die wir waren, kurz bevor wir uns ein Baby wünschten.

 

Bleibt ein Wunsch lange Zeit nicht erfüllt, dann stellen sich Zweifel an, denen wir dann in der inneren Arbeit immer wieder begegnen. Zweifel an mir, Zweifel an meinem Körper.

Wie fühlen sogar die Zweifel unserer Umgebung an unserer Empfängnisfähigkeit, die Zweifels unserer Ärzte. Sie gesellen sich gemeinerweise zu unseren eigenen hinzu.

 

Und Diagnosen!

Diagnosen sind ein Angriff auf unser Selbstbewusstsein als Frau und Mutter.

 

Stellt euch nur mal vor,- es soll nur eine kurze Idee sein- aus einer organisatorischen Panne heraus erhaltet ihr, als vollkommen gesunder Mensch, eine schlimme Diagnose.

Euch wird gesagt, ihr hättet Lungenkrebs und nicht mehr als drei Monate mehr zu leben, ihr möchtet bitte eure Angelegenheiten regeln.

Wie mag man sich da fühlen?

Es ist ein Schock!

Die Lebenskraft wäre aufs gefährlichste angegriffen.

Und Euer Selbstvertrauen in Eure Gesundheit keinesfalls mehr eine hundertprozentige.

 

Der ganze Körper würde darauf reagieren.

Immer so: Zuerst reagieren die Gefühle, dann verändert sich der Körper nach den Vorgaben unserer Gefühle.

Dem Leben zugewandt?

Oder nicht ?Oder nicht hundertprozentig?

 

Das war ein Beispiel. Es ist ein dolles Beispiel, weil ich daran etwas erklären möchte, was einem in abgeschwächter Form vielleicht nicht so klar wird:

 

Im Laufe einer medizinischen Kinderwunschbehandlung erhalten wir viele Diagnosen.

Viele kleine. Und wir erleiden dabei viele kleine Schocks. Wir verlieren dabei in vielen kleinen Schritten unser Selbstvertrauen, unseren Optimismus und die Fähigkeit, erfreut in unsere Zukunft zu blicken.

 

In die erste Phase des ganzheitlichen Kinderwunschweges  gehört es daher,

all die vielen kleinen Schocks und Kränkungen, all die kleinen emotionalen Angriffe auf unsere Gesundheit und Fortpflanzungsfähigkeit wieder her zu stellen.

 

Nur dafür ist das gut- dieses immerwährende: „Lag doch bitte mal deine Hand auf deinen Bauch und danke mal deiner Gebärmutter, dass sie immer so prima arbeitet“.

Nur dafür ist es gut.

 

Es ist bisher der kraftvollste Weg für uns,  eine kleine Kränkung, eine kleine Baustelle nach der anderen aufzufinden, und dem Unterbewusstsein einen Hinweis zu geben: Hallo, hier stimmt was nicht, kümmere dich bitte mal darum.

Hierfür nehmen wir unsere Gefühle und inneren Bilder nur wahr.

Mehr müssen wir nicht tun.

 

Es dauert einen Monat, höchstens zwei oder drei, dann können wir es geschafft haben, diese erste Etappe zu meisten. In uns. Und spielerisch.

Dann können wir es schaffen,  zunächst einmal wieder die zu sein, die wir mal waren.

Bevor ein Angriff auf unsere Gefühle dem nächsten folgte.

 

Ist diese Etappe gemeistert, dann kommt die zweite Etappe:

Wir gehen von dem aus, was wir wirklich sind, und optimieren die Ressourcen weiter.

 

Erst hier kann es um die Frage gehen: Welche großen oder kleinen Baustellen kann es geben,

in denen noch weitere Ressourcen zu gewinnen wären.

Hier erst fragen wir nach den Frauen in unserer Familie, nach einem möglichen Mutterkonflikt, nach Todesfällen, Tod im Wochenbett,  verlorenen Kindern, Geschwistern oder nach Schicksalsschlägen. Das Werkzeug hierfür ist die systemische Aufstellung, bei uns nennen wir sie einfach nur Kinderwunschaufstellung.

 

Die erste Etappe aber kann jede ganz allein gehen.

 

Diesen ersten Schritt:

Sich dem Leben wieder zuwenden.

 

Lieber Gruss an Euch alle

 

Biggi

 

September 2009