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Unsere Psyche

Man sagt das ja so: Gesunde Psyche - gesunder Körper!

Da ist viel wahres dran. Unsere Psyche wirkt ständig auf unseren Körper mit ein – und auch umgekehrt.

Wir kennen das alle: wenn wir aufgeregt sind, kann es sein, dass wir rot werden, feuchte Hände bekommen sehr angespannt sind, ja vielleicht bekommen wir sogar Herzklopfen. Da passiert es tatsächlich, dass "nur" wegen eines Gemütszustandes der ganze Körper im Einsatz ist. Die Gefäße stellen sich weit, unser Geicht ist mit mehr Blut versorgt, Körperflüssigkeit kommt zum Einsatz, die Muskeln sind im Tonus, es kommt zur Hormonausschüttung (Adrenalin), die ganze Nervenerregungsleitung reagiert verändert.. Der ganze Körper kann binnen weniger Sekunden ebenso "parat" sein, wie wir selbst, wie unser Inneres.

Und so geht es uns nicht nur in dieser einen bestimmten Situation. Eigentlich funktioniert das pausenlos so. Den ganzen Tag lang. Unser ganzes Leben lang.

Und, diese Reaktion bezieht sich immer auf den ganzen Körper, das ganze System. Wenn ein Muskel sich anspannt, dann tun das die anderen auch, oder gehen wenigstens in "Bereitschaft", wenn uns der Schweiß ausbricht, dann hat das immer auch eine indirekte Wirkung auf den gesamten Flüssigkeitshaushalt. Wenn ein Hormon ausgestoßen wird, bekommen auch immer alle anderen einen Impuls zur Ausstoßung.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den wir uns merken sollten ist: wenn wir auf unsere Psyche einwirken, dann wird auch immer ein wenig unser Körper mit reagieren. Arbeiten wir im Körper, dann reagiert auch immer die Psyche mit.

Ich glaube, ein gutes Beispiel, um euch das zu verdeutlichen ist der Darm. Der Darm verdaut unsere Gefühle. Ist also jemand plötzlich einmal verstopft, dann kann er etwas nicht so recht verdauen.

In der Therapie habe ich dann grundsätzlich zwei Möglichkeiten, meinen Hebel anzusetzen. Die eine Möglichkeit wäre zum Beispiel eine gezielte Entspannung, in der wir das Unterbewusstsein dazu bringen, die Gefühle zu verarbeiten. Fließen die Gefühle dann wieder, dann wird auch der Darm bald folgen. Oder aber, ich verordne ein Abführmittel. Dann wird der Darm sich entladen, kurze Zeit später aber auch das Gemüt. Darauf sollte ein Patient dann natürlich vorbereitet sein.

Ihr seht also, nichts, was wir tun, tun wir nur an einer bestimmten Stelle. Es reagiert nach und nach immer das ganze System, mal mehr , mal weniger. Nach und nach.

Es ist gut, wenn man dieses "nach und nach" auch richtig versteht.

 

Ach, aber eigentlich waren wir ja gerade bei der Psyche. Und sind schon bei "Neben- und Sekundärwirkungen" angekommen. Das zeigt mal wieder, wie weitreichend diese einzelnen, oben aufgeführten Faktoren in Wahrheit sein können. Grund genug, nicht einen einzigen von ihnen auf die leichte Schulter zu nehmen!

Es ist bekannt, dass Stress sich auf die Hormonspiegel auswirkt. Das wissen wir spätestens seit dem Beispiel der Adrenalinausschüttung. So verstehen wir jetzt auch, warum eine Gemütssituation immer auch etwas mit unserer Fruchtbarkeit zu tun hat.

Dieser Stress kann alles sein. Angst, Leistungsdruck, Hektik, Zwang, Trauer, Aggression, Wut, Hoffnungslosigkeit......

Auch Traumen, Fehlgeburten oder andere ganz schlechte Erfahrungen können diese emotionalen Zustände bewirken, Stressoren freisetzen.

Schließlich kann auch unser Einstellung zum Leben, können unsere Anforderungen an uns selbst , unseren Hormonhaushalt direkt beeinflussen. Der Weg geht auch hier immer über sogenannte Stressoren:

Stress, Karriere, Leistungsdruck, Unzufriedenheit, Partnerschaft.

Wir finden sie auch in der Partnerschaft, und gar nicht so selten auch in unserer Sexualität. Damit meine ich nicht unbedingt nur den klassischen Ehekrach. Ich denke da viel mehr an subtilere Dinge. Ich begegne zum Beispiel häufig Frauen, die sich einfach nichts gönnen. Sie unterstützen ihre Männer, halten ihnen den Rücken frei, sind schon längst unersetzlich geworden, und wenn es dann einmal soweit ist, dass sie dringend mal etwas für sich selbst tun müssten, dann trauen sie sich dies nicht. Sie glauben, sie dürften nicht fehlen, dürften Familie, Chefs oder Arbeitgeber nicht einfach so hängen lassen. Sie sind schon so drin in ihrem Programm dass sie auch kurz vor Mitternacht schnell noch den Geschirrspüler anschalten, na all so was eben. Dies scheint zunächst so ganz normal. Alle Hausfrauen rabottern von früh bis spät. Aber auch hier liegt schon so eine gewisse Zwanghaftigkeit zu Grunde. Dieses "voll im Programm" sein ist schon ein Stressor. Und drückt so dauerhaft auf die Hormone.

 

Ganz schlimm für diese "Totalinvolvierten" ist, dass sie unterbewusst nicht sehen, dass in einem Leben, in dem sie ja nicht einmal selbst genug Platz haben, tatsächlich auch noch Platz ist für ein kleines Baby. Hier kann unser Unterbewusstsein dann zum "Feind" werden.

 

 

Achtung also vor den staubgewischten Ecken, den gefegten Hauseingängen, der perfekten Zimmerpflanzenpracht und dem Musterhaus, dem ordentlichen Schreibtisch, den termingerechten Überweisungen.

Natürlich kann eine solche Zwanghaftigkeit überall versteckt sein. Ich sags mal anders: Wenn eine Frau in meine Praxis kommt, die zehn Minuten zu spät kommt, die mir lachend erzählt, dass sie in den neuen Wagen ihres Mannes gerade eine Beule gefahren hat, weil auf dem Bürgersteig, wo sie parkte irgend so eine Fußgängerschranke stand, an deren Jackenärmel ein kleiner Knopf schon eine Ewigkeit zu fehlen scheint und die mir dann sagt, sie hätte ihr allerletztes Geld gerade beim Friseur gelassen, bei dem sie nun auch noch ihr Portemonaie vergessen hat, dann kann ich schon mal ziemlich sicher sein, dass ich bei dieser Frau nach psychischen Stressoren gar nicht erst zu suchen brauche!

Das hat nichts mit Schlampigkeit zu tun.

Eine solche Frau ist locker. Sie macht sich keine Sorgen um das Geld, dass sie nicht hat Sie hat nicht etwa Angst, weil sie die Haushaltskasse nicht im Kühlschrank, sondern beim Frisör gelassen hat. Sie weiß, sie wird nicht verhungern. Sie hat auch keinen Mann zuhause, der ein großer Stressor ist. Natürlich liebt er sein Auto und seinen Lack. Aber er liebt auch seine Frau. Denn die steht hier vor mir, ohne Angst vor der Auseinandersetzung um die blöde Beule. Und sie geht gelassen damit um, etwas nicht ganz richtig zu machen: Sie kommt zu spät, sie sucht sich einen Parkplatz, wenn eben mal keiner da ist. Und das mit der Bezahlung der Heilpraktikerin wird sich auch irgendwie organisieren lassen.

Nein, um eine solche Frau mache ich mir nie Sorgen. Sie kann sich selbst lieben, weil sie geliebt wird. Sie ist sich was wert. Sie verlebt ihren Alltag nicht in Angst und Druck.

Und so, wie in ihrem Leben immer auch mal Platz ist für einen Frisörbesuch, einen Saunagang oder einen Kaffeeklatsch mit einer guten Freundin, obwohl die Zimmerpflanzen zuhause laut nach Wasser schreien, obwohl der Schreibtisch dringend mal abgearbeitet werden müsste, so kann auch ihr Unterbewusstsein jederzeit noch ein Plätzchen für ein Baby in ihrem Leben unterbringen, was sie genießen und lieben wird, so, wie sie alles liebt, so, wie sich auch sich selbst liebt.

 

Na, erkennen wir uns hier oder da wieder? Könnte es sein, dass wir auch manchmal einfach nicht loslassen können von den äußeren Zwängen. Dann wird es Zeit, daran einmal etwas zu ändern.

Wie kann man das nur schaffen?

 

Der erste Schritt ist immer: Erkenntnis und Einsicht. Wenn ich mal reflektiere, dann kann ich herausfinden, wie ich denn mein Leben so lebe. Genieße ich es? Stehe ich jeden Morgen auf mit einem Lächeln im Gesicht und sage mir: "Ich bin eine glückliche Frau!"? Erlebe ich jeden Tag voll freudiger Erwartung, sehe und nehme ich ihn wie eine Wundertüte? Oder graut mir schon vor dem Aufstehen davor?

 

Wer sich nicht auf seinen Tag freut – Zahnarzttermine mal ausgenommen – der sollte vielleicht spätestens jetzt anfangen, etwas dafür zu tun!

Oft ist es schon eine gute Freundin, die da helfen kann. Frauen können so etwas untereinander sehr gut. Verabreden wir uns doch mal, uns gegenseitig zu beobachten, zu beurteilen und uns dann auch ehrlich zu sagen, wie wir die andere, die Freundin sehen. Ist sie glücklich? In der Ehe, im Job, im Leben? Manchmal kostet es Mut, sich so etwas zu sagen. Aber es ist viel leichter, wenn man sich so etwas vornimmt, als ein kleines Projekt der Supervision. Dann geht das bestimmt.

Was tu ich dann aber, wenn ich feststellen muss, es gibt da so einiges in meinem Leben, womit ich anscheinend nicht so ganz glücklich bin?

Oft bekommt man schon eine gute Übersicht, wenn man sich mal eine Liste anfertigt.

Stellt euch einfach die Frage, welche Bereich in eurem Leben unbedingt die nächsten 30 Jahre so bleiben könnten. Der Job? Die Beziehung? Die Sexualität?. Die Freunde, Bekannten, der Kegelclub, die Schwiegermutter, der Fußballplatz, die Wäscheberge, die Käsesocken, das Katzenklo, die Kontoauszüge, die Perspektiven.......

Nehmt euch ein Blatt Papier und teil es in zwei Hälften. Eine Seite überschreibt ihr mit:" Ja, das muss unbedingt so bleiben!", die andere Hälfte mit "Nein, auf gar keinen Fall darf das so bleiben!".

Minimalanforderung: Beide Seiten sind gleich voll mit Aspekten. Optimal: die "Nein, auf gar keinen Fall" – Seite ist leer.

Je umfangreicher die "Nein" –Seite ist, desto dringender ist die Notwendigkeit, sofort etwas zu verändern. Lasst euch etwas einfallen ! Lernt delegieren, organisieren, ändert den Job, oder schaut euch wenigstens mal um. Legt im Zweifelsfall diese Liste euren Männern vor. Lernt, euch klar zu formulieren, macht Ansagen, sagt mal "Nein", sagt mal "nicht mehr lange". Nehmt euch diese Liste so lange vor und korrigiert sie, bis sie stimmt. Es gibt auf dem Markt viele gute Bücher, die verschiedene Techniken vorstellen. Sucht euch eines aus, das spezielle für Frauen geschrieben wurde, nehmt aber auf keinen Fall an einem dieser überteuerten Seminare Teil. Man muss nicht viel Geld haben oder ausgeben, um anzufangen, sein Glück zu bauen. Es braucht nur die Erkenntnis und den Entschluss. Und: den Anfang. Alles andere ist der Weg, und der kann ein wunderbares, spannendes Abenteuer werden.

 

Der häufigste Grund übrigens, warum Frauen all dies bisher noch nicht getan haben ist: Angst. Schon wieder ein Stressor. Oft hilft es da, sich zu fragen, was denn das schlimmste ist, was passieren kann, wenn ich diese oder jene Weiche jetzt anders Stelle. Und dann fragt euch: "Ist dass denn wirklich sooo schlimm? Ist es DAS wert, dass ich hier unglücklich bin?"

Fragt euch das sehr gründlich und ehrlich.

Besonders oft erlebe ich, dass Frauen an einem für sie nicht geeigneten Arbeitsplatz verharren. Sie wissen sehr wohl, dass dieser sie unglücklich macht, aber sie bleiben dort, ändern nichts. Weil man nicht aus einem Lustprinzip aus kündigen kann. Was würde der Mann sagen, der Chef oder die Familie???. Oft kleben wir regelrecht an diesen Dingen, lassen nicht los, wollen nicht aufgeben, würden es vielleicht als Schwäche betrachten, so etwas nicht durchgehalten zu haben. Woher bitte nehmen wir nur diese Neigung, Martyrien zu leben.??? Und was bitte, soll uns das bringen? Soll das vielleicht heißen, es macht nichts, dass ich unglücklich bin, immerhin bin ich aber ein Märtyrer? Das funktioniert so nicht, und war mit Sicherheit von dem, was wir als Schöpfung verstehen, NICHT so beabsichtigt. Leben heißt lieben. Jedenfalls in erster Linie. Und dass wir DAS endlich lernen, DAS ist unsere Aufgabe hier.

Strammstehen, Durchhalten, Disziplin, das hat nicht Gott erfunden sondern die Preussen!

Da muss also schnellstens ein neues Up-date her.

Fragen wir uns doch, ob wir mit unserem Leben zufrieden sein werden, wenn wir eines Tages mal darauf zurückblicken. In dem Moment vielleicht, wenn wie diese Erde wieder verlassen.

Da werden wir nichts mitnehmen von den gesammelten Dingen, die wir durch vermeintliche Martyrien erstanden haben. Nicht unser Konto, nicht das schicke Auto. Was wir von hier aus mitnehmen, wenn wir gehen, das ist unsere gesammelte Erfahrung und Liebe, und unser zauberhaftes, zufriedenes Lächeln im Gesicht.

 

Die wirklich häufigste Begründung, die mir Frauen dafür liefern, dass sie ihr Leben so leben, wie sie es eigentlich gar nicht wollen, liegt in Argumenten, die sie ihren Männern unterstellen: "Der braucht mich doch, ich kann ihn doch nicht hängen lassen", "Ich kann doch die Wohnung nicht so verwahrlosen lassen", oder "wir brauchen aber das Geld". Ist schon komisch, dass es immer heißt: WIR brauchen das Geld, nicht: ICH brauche das Geld.

 

Wieder gehört ein Stück von uns unseren Männern. Daran ist ja nichts falsches. Das ist bei einer gemeinsamen Lebensplanung eigentlich in Ordnung. Erstaunt bin ich dann aber doch immer wieder, wenn sich dann im weiteren Gespräch herausstellt, dass diese Lebensplanung eigentlich die Lebensplanung des Mannes ist. Und das ist dann aus Versehen so, weil Frauen oft vergessen, ihre Ideen zur Lebensplanung auch mit einzubringen. So wird aus der gemeinsamen Planung schnell mal ein Ratentilgungsprogramm für Auto, Haus und Videorecorder und ist so auf eine Finanzierungskonzeption reduziert. Das ist nicht die Schuld der Männer. Es ist unsere Schuld! In einem solchen Plan fehlt komplett das weibliche Prinzip.

So, wie ein Kind Vater und Mutter braucht, so braucht eine Lebensplanung männliches UND weibliches Prinzip. Es ist an uns, dies zu ändern.

 

Ein amerikanischer Autor, Prentice Mulford beschreibt dies in seinem Buch: "Sinn und Unsinn des Lebens und Sterbens" etwa so: Er sagt, das göttliche Prinzip sei dann vollständig, wenn jeweils zwei Pole eine Sache ausmachen. In der Ehe machen diese Bipolarität das weibliche und das männliche Prinzip aus. Deren Ergänzung seien das beste und vollständigste, was eine Lebensplanung ausmachen kann. So kommt es übrigens auch, dass Familienbetriebe oft unschlagbar sind.

Die Frau übernimmt den sensiblen, eher intuitiven Teil, der Mann den ausführenden, eher zielgerichteten Teil. Der Autor vergleicht den Mann mit einem Seemann, die Frau mit einem Kompass. Der Seemann steuert das Schiff, aber, wenn er dabei nicht auf den Kompass schaut, dann verfährt er sich. Der Kompass kennt den Weg, kann aber alleine eigentlich nirgendwo richtig gut hinkommen. Um den richtigen Weg richtig zurückzulegen braucht es aber beides.

 

Und: beides kann nicht richtig funktionieren, wenn es nicht seine eigentliche Aufgaben erledigt. Fährt der Seemann nur im Sturm und kämpft fortwährend mit der rauhen See, dann schaut er nicht oft genug auf sein sensibles Instrument. Und kommt womöglich vom Weg ab.

Wird das sensible Instrument, der Kompass aber oben an Bord der rauhen See ausgesetzt, dann verliert es seine sensiblen Qualitäten. Es setzt Rost an. Es zeigt den Weg nicht mehr richtig.

In den meisten Familien ist alles für eine Lebensreise vorhanden. Der Seemann und der Kompass. Wenn der Kompass aber nicht um seine wichtigen Qualitäten weiß, dann geht das Prinzip nicht auf.


Liebe Frauen, es ist also an uns, unsere Qualitäten wieder in die Lebensplanung mit einzubringen. Packen wir´s also an!

Manche Frauen haben vielleicht auch Angst, sie würden die Liebe, den Respekt und all die Aufmerksamkeit der Männer verlieren, wenn sie nun irgendeine Aufgabe nicht mehr perfekt erledigen. Diese Gedanken sind falsch.

Das weibliche Prinzip zieht die Männer ebenso magisch an, wie das männliche Prinzip uns Frauen. Lehnen wir es vielleicht ab, mit Bodybuildermukkis durch die Gegend zu laufen, die vielleicht oberdominant sind, allzu ehrgeizig und chauvinistisch, so ist es doch meist aber so, dass uns gerade dies an den Männern fasziniert, was wir an uns selbst eigentlich eher ablehnen würden.

 

Umgekehrt ist das doch aber genauso!

Mag sein, dass der archaische Mann seine Frau nach männlichen Tauglichkeitskriterien auswählt: gesund, ehrlich, fleißig, strebsam. Es rechnet sich ja auch, wenn da lebenslang jemand ist, der den ganzen Haushalt schmeißt, ein zweites Einkommen erackert, die Brut aufzieht, einem wo es nur geht zuarbeitet. Aber wie sieht denn die klassische Mätresse aus? Die Frau, die die andere Seite, die gefühlsmäßige Faszination ausmacht? Sie ist spontan, unkonventionell, hat immer Spaß am Leben, sie ist frei und macht, was sie will, tanzt Rock'n Roll im Fahrstuhl uns isst Himbeereis zum Frühstück, sie ist ungebunden, aber loyal. Kurz gesagt: eine richtig gute Freundin!

Ich finde, wenn man das mal so betrachtet, dann kann es durchaus einen Reiz haben, nach männlichen Prinzipien mal "zu versagen" und satt dessen mal ganz weibliche Qualitäten ins Spiel zu bringen.

Wenn das hier und da mal gut geht, dann bekommen wir dadurch auch einen Anreiz, es in anderen Gebieten mal ähnlich zu halten.

Da fällt mir eine Frau ein, die mir folgendes erzählte: Sie arbeitete in einem Chefsekretariat mit mehreren Sekretärinnen und ebenso vielen Chefs. Ein Beruf, der ihr viel Spaß mache. Nur, wenn mal das Kind krank wurde, dann hat sie keine Chancen gesehen, deswegen frei zu nehmen, sei es auch nur ein paar Stunden. Daher ließ sie sich in solchen Situationen immer selbst krankschreiben. Auch die anderen Sekretärinnen hielten dies so.

Aber irgendwann einmal, da kam eine neue Kollegin. Sie arbeitete vorbildlich. Bis auf einen Punkt: Wenn ihr Sohn sie in der Firma anrief, dann flüsterte sie nicht mit ihm, so wie die anderen Frauen, sondern unterhielt sich lauthals, so als sei es ein Kunde, mit ihrem Kind. Klärte Fragen zu den Schularbeiten oder zu all den kleinen Problemchen die Kinder nun mal so tagsüber haben. Das tat sie, als sei dies das selbstverständlichste der Welt. Mehr noch: Eines Tages teilte ihr Sohn ihr stolz mit, dass er – gerade 10 Jahre alt – nun mit dem Schlauchboot zum See fahren würde, und legte auf, bevor die Mutter ihn davon abhalten konnte. Die Mutter konnte auch die Nachbarin nicht erreichen, also sprang sie von ihrem Schreibtisch auf, verkündete laut und deutlich dass sie nun sofort nach Hause fahren müsse, um ihren Sohn von einer lebensgefährlichen Dummheit abzuhalten – und war auch schon verschwunden.

Die Chefs bekamen sowohl dieses plötzliche Verlassen des Arbeitsplatzes mit und auch die Telefonate mit dem Sohn.

Alle Kolleginnen befürchteten nun, dass von der Chefseite nun wohl endlich mal eine Rüge fällig sei. Aber, es kam alles ganz anders: Eines Tages nämlich kam einer der Chefs ins Sekretariat und sagte: " Frau X, ich habe hier ihren Sohn am Telefon, kommen sie mal schnell, das ist wohl dringend".

So selbstverständlich, wie diese neue Kollegin ihr weibliches Prinzip, zu dem das Muttersein nun einmal gehört, an ihrem Arbeitsplatz lebte, so selbstverständlich akzeptierten dies ihre Chefs. Es war sogar eher so, dass die Chefs ihr dafür regelrechte Hochachtung entgegen brachten. Es wurde ihr niemals übelgenommen, wenn sie wegen der Krankheit ihres Kindes morgens einfach anrief und sagte, sie bliebe heute mal zuhause. Nein, es entwickelte sich so, dass sie am Ende die wichtigste Sekretärin im Büro war und genau wegen ihrer weiblichen Qualitäten ganz speziell eingesetzt wurde, zum Beispiel bei Empfängen oder in schwierigen Sitzungen, da nahmen die Chefs sie mit, damit sie mal ihre (weibliche) Sicht der Dinge darstellen sollte.

 

 

Eine köstliche Geschichte. Und wir können soviel davon lernen.!

 

 

Es ist nicht gewollt und nicht richtig, das weibliche Prinzip zu unterdrücken.

Es ist nicht gut, wenn man nicht glücklich ist.

Selten ist nur einer unglücklich, in der Regel ist es jemand in unserer direkten Nähe dann nämlich auch!

So ein Vorbild wollten wir unseren Kindern bestimmt nicht geben.

Also, ändern wir es doch, jetzt, Schritt für Schritt.

 

Helft euch mit einer guten Portion Humor. Werdet wieder ein wenig wie die Kinder und lacht mal ordentlich über euch selbst. "Stell dir vor, ich habe meinem Mann eine Beule in sein neues Auto gefahren, er wird begeistert sein, wenn er heute Abend beim Fußball damit nicht mehr angeben kann!", oder " Hihi, hinter unserer Couch kann man bald Radieschen sähen, wenn ich bald mal Lust habe, dann mach ich da "sauber", oder "Wow, für die schicke Bluse, die ich mir gerade geleistet habe, essen wir dann wohl drei Wochen lang Pellkartoffeln". ?

Dann geht’s vielleicht leichter, mit dem "Frausein".

 

Ihr lieben, dieses Thema ist wichtig und hat noch so viele Aspekte, ich werde hier nach und nach weiterschreiben. In Bälde also etwas über das Negativprogramm.

Bis dahin wünsche ich schon mal viel Spaß beim Laufenlernen!


Lieber Gruß


Biggi