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Unser soziales Umfeld

Wie kann das sein, werdet ihr jetzt bestimmt fragen. Wie ist es möglich, dass mein soziales Umfeld irgendeinen Einfluss auf die Erfüllung meines Kinderwunsches hat?

Ich denke, manche Faktoren sind ganz einfach zu erklären und auch zu verstehen.


Wochenendehen

Hierauf wäre ich so ganz von selbst auch nicht gekommen. In meinen Seminaren aber habe ich sozusagen immer die eine oder andere "Quotenfrau", die tatsächlich eine solche Wochenendehe führt. Abscheinend kommt das also häufiger vor, als ich zunächst angenommen hatte. Hier ist nicht nur die "Trefferquote zum Eisprung" unwahrscheinlicher. Eine Partnerschaft, die an 5 Tagen in der Woche nicht, an 2 Tagen der Woche dann aber doch existiert geht in der Regel mit einem ständigen Auf und Ab der Gefühle einher. Das geht hin bis zur Traurigkeit und dem Gefühl von Verlassenheit werktags, und bis zum Trostsuchen, Nachholen und Euphorie an den Wochenenden. Was hier oft fehlt ist eine emotionale Balance. Wie soll unser Gefühlsleben sich auf ein Baby einstellen, wenn es zunächst immer noch seine eigenen Defizite aufzufüllen hat???



Da heißt es erst einmal, die Gefühle zu sortieren. Und vielleicht lässt es die wirtschaftliche Situation doch bald zu, dass diese Wochenendehe ein Ende hat?

Wäre ich ein kleines Baby, das sich gerade seine möglichen Eltern aussucht, dann würde ich vermutlich auch erst einmal dafür sorgen, dass mein zukünftiges Zuhause auch wirklich ein Zuhause wird.


Leistungsdruck und Freundeskreis

Es mag schön sein, wenn im Freundeskreis ein Baby nach dem anderen geboren wird. Wenn vielleicht eine Schwester von uns nach der anderen sich über Nachwuchs freuen kann. Für viele Kinderwunschfrauen aber ist es das ab einem bestimmten Punkt gar nicht schön. Wenn wir dann noch "Pech" haben, und dieser hochfruchtbare Familien- und Freundeskreis dann auch noch keine Gelegenheit auszulassen scheint, um uns mit der Nase drauf zu stupsen, dann ist ein Leistungsdruck nicht weit. Sei es, dass der Vater endlich auch von uns seinen ersehnten "Enkel" fordert, sei es, dass jüngere Schwestern stolz und unsensibel mit einem Bataillon dieser Enkel promenieren kommt, sei es, dass uns Freundinnen gutgemeinte Vorschläge zu den verschiedensten Fortpflanzungstheorien unterbreiten. Fragen, wie "Na, wann ist es denn bei euch endlich soweit?" erscheinen uns dann, als seien sie nicht länger liebevolle Erkundigungen, nein, sie nehmen eher einen Charakter an, als seien sie einzig dazu erfunden, um alle auf unsere "Unzulänglichkeit" aufmerksam zu machen.

Manchmal mögen solche Bemerkungen wirklich zickig sein, meistens jedoch sind sie wirklich gutgemeint. Egal aber, wie sie gemeint sind, sie verletzen uns. Bringen uns aus der Bahn, so dass wir vielleicht - oder unser Unterbewusstsein - auf die Idee kommen, ein Kind zu haben sei eine Bringleistung, die wir bisher schuldig geblieben sind. Und schwupps – stecken wir schon mittendrin in einem unheilverkündenden Netz aus Leistungsdruck und Schuld.

Hegen wir unseren Kinderwunsch dann vielleicht wirklich schon ein Weilchen, dann kann es passieren, dass Ikea-Besuche, Besuche im Freundeskreis oder Familienfeiern einen albtraumhaften Beigeschmack bekommen. Wir mögen dann vielleicht gar nicht mehr hingehen.

Dies ist eine schwierige Angelegenheit. Man selbst ringt zum Thema Kinderwunsch vielleicht um Geduld und Gelassenheit, um dann festzustellen, dass der Freundes- oder Familienkreis ebendiese aber so gar nicht aufbringen können?

Jede Frau muss und soll selbst entscheiden, wie sie mit diesem Thema für sich selbst am besten umgeht. Die besten Erfahrungen sehe ich jedoch bei den Frauen, die ihre Kinderwunschzeit nicht zum Geheimnis machen, sondern ihn klipp und klar formulieren. Erst wenn Familie und Freunde wissen, dass uns da etwas traurig macht, dann werden sie beginnen, feinfühliger mit uns und unserem Thema umzugehen.

Anders herum betrachtet: Was steckt denn dahinter, wenn ich nicht zugeben mag, dass ich mir schon seit längerer Zeit ein Baby wünsche, aber noch immer keines habe? Ich habe Angst, keines bekommen zu können, und mag diese Angst nicht zugeben. Ist er da vielleicht wieder, der Leistungsdruck? Bin ich ein schlechter Mensch, nur weil ich eines meiner gesteckten Ziele nicht erreichen kann? Kann ich es mir erlauben, auch mal "zu versagen"? Darf ich es zulassen, dass meine Freunde von mir denken, ich wäre vielleicht untröstlich und unglücklich über dieses Thema?

Liebe Frauen, wenn euer Freundeskreis das nicht aushalten kann, wenn ihr nicht ausreichend Vertrauen habt in eure Freundinnen, dass sie mit diesem sensiblem Thema anständig umgehen können, dann ist dies ein Punkt, an dem ihr mal ausgiebig über eure "Freundinnen" nachdenken solltet.

Die viel häufigere Variante als ein unzulänglicher Freundeskreis, ist jedoch, dass wir uns einfach nicht getraut haben, uns unseren Freunden zu öffnen. Überdenken wir also lieber dies. Denken wir nach über den Leistungsdruck. Denken wir nach über Vertrauen. Wenn eine unserer Freundinnen ein Problem hat, würden wir dann nicht auch wollen, dass sie sich uns öffnet? Ich weiß, es ist sicherlich nicht möglich, eine solch komplexe Problematik hier richtig und allumfassend zu erörtern. Ich möchte ja auch nur anregen. Dies ist nämlich ein Gebiet, in dem wir uns wunderbar selbst helfen könnten. Vielleicht sind ja diese Gedankengänge dazu angetan, ein wenig frischen Wind in unserer Beziehungen zu bringen?


Karriere

Glaubt man der Heidelberger Kinderwunschstudie, dann ist eine sogenannte "Karrierefrau" mehrfach häufiger von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen, als die Durchschnittsfrau.

Wenn ich dieses Ergebnis allein unter der These "Leistungsdruck" betrachte, dann werde ich schon fündig. Verstärkend wirkt hier vermutlich auch, dass alle sonstigen Ziele privater und beruflicher Natur bisher immer planbar waren und durch Willensstärke, Durchsetzungskraft und Zielstrebigkeit immer gut zu erreichen waren. Faktoren, die in der Kinderwunschzeit aber nichts zu suchen haben. Die eher kontrahent wirken können. Kinderwunsch hat immer zu tun mit Hingabe an sich und das Leben zu tun. Mit Leistungsattributen aus unserem Berufleben hat dies aber nichts zu tun. Und wir müssen aufpassen, dass wir, je höher wir die Karriereleiter hinauf geklettert sind, uns dieses natürliche Hingabevermögen auch erhalten.

Schlimmer noch erwischt es die Frauen, die in ihrem Beruf schlichtweg unglücklich sind.

Hierfür kann ich auf keine Studie verweisen. Es entspricht einfach meiner Erfahrung, dass zahlreiche Frauen nach einem beruflichen Wechsel – oder sogar während des Wechsels an sich – plötzlich und unerwartet schwanger werden.

Warum dies so ist, das darf dann hier mal jede von uns in einem abendfüllenden Gespräch mit ihrem Partner erörtern.....

Wie wir sehen, ist es leicht, viel zu leicht, in unserem privaten oder beruflichen Werdegang in eine dieser "Fallen" hinein zu tapsen. Ich finde daher eine gute Idee, sich einen Stift zu greifen und einmal alle Aspekte seines Lebens zu notieren. Jeder Aspekt, von dem wir nicht sagen können: "Das möchte ich mindestens die nächsten 30 Jahre so weitermachen..", den sollten wir allmählich verändern.

Es ist ein nettes Spielchen. Hierdurch stoßen wir oft auf Probleme, die wir vorher noch gar nicht so gesehen haben. Es müssen auch nicht unbedingt berufliche Probleme sein. Da kann vieles bei herauskommen: die Arbeitskollegin vielleicht, oder die Schwiegermutter mit ihren Erwartungen, oder die Wohnsituation ???


Partnerschaft und Sexualität

Hoho, ein heikles Thema. Es wäre vermessen, würde ich annehmen, dieses vollkommen zu beleuchten. Anreißen möchte ich es aber sehr wohl, möchte euch aufzeigen, welche ehelichen "Fallen" mir doch eher häufiger in meiner Arbeit begegnen.

Ich weiß, das mögt ihr jetzt bestimmt nicht gerne hören: Gemeint ist der GEMEINSAME Kinderwunsch. Hier treffe ich auf ein ganz häufiges Missverständnis. Nur weil man vielleicht geheiratet hat und in diesem Eheversprechen üblicherweise auch familiäre Absichten enthalten sind, heißt das nicht, dass jeder Ehemann gleich begeistert nach Nachwuchs schreit.

Mädels, das mit den Babys, das entspringt naturgemäß eher unseren Bäuchen als denen der Männer. Männer neigen doch gerne zur Flucht, und sei es nur unterschwellig.

Ich glaube es war Francesco Alberoni, der das in den Achtzigern mal etwa so formulierte:

Eine Frau denkt immer perspektivisch. Selbst bei einem One-Night-Stand überlegt sie, ob es Sinn machte, mit diesem Mann das Leben zu verbringen. Nach Alberoni tut eine Frau dies mehr oder weniger: Immer! Das gehört zum Nestbautrieb.

Der Mann hingegen entspricht doch eher der "Rein-Raus"-Gefühlsbasis. Er flüchtet gerne nach dem Fortpflanzungsakt. In den meisten Ehen zeigt sich dies noch lange, in dem die Frau "danach" hellwach ist, der Mann sofort einschläft und schnarcht. Dieses Einschlafen legte Alberoni dem Mann als Fluchtverhalten aus. Unser Neandertaler geht also lieber Mammuts jagen.

Vielleicht ist ja etwas dran an dieser These. Und wenn, dann will ich dies keineswegs verurteilen, sondern veranschaulichen. Normalerweise ist es die Frau, die tief in sich den Wunsch nach einem Baby empfindet. Was mag da in unseren Partnern vor sich gehen, wenn die Kavallerie nach einem Baby trötet?

Der Mammutjäger wird fürchten, dass er zum Schoßhündchen wird.

Vorbei sind die Zeiten, in denen er sorglos durch die Prärie streifte, Fußbällen oder Mammuts hinterher jagte, vorbei sind die Squash- Abende.

Der eigentliche Abschied vom Junggesellendasein.

Es drohen Zeiten, in denen die Bürde des Mannes ungleich viel größer sein wird. Schließlich fällt die Arbeitskraft der Frau möglicherweise für lange Zeit aus. Wer sammelt für sie die Beeren, wer hält die Höhle sauber? Da wird ganz schnell einmal der Taschenrechner gezückt, und der zeigt keine schöne Summe, die da plötzlich heißt: "Mein lieber Junge, jetzt bist du erwachsen und was deine Schultern jetzt zu tragen haben, das nennt sich VERANTWORTUNG!!!"

Wer kann es einem Mann bitte verübeln, wenn er angesichts dieser Aussichten ganz kurz mal den Kopf zwischen die Schultern klemmt und kneift?

Wie stehts denn mit der Eifersucht? Ein Mann, der sich der Liebe seiner Frau sicher ist, der wäre ja schön blöd, wenn er sich einen Nebenbuhler ins Nest setzt. Und was bitte, ist denn ein Baby, wenn man es einmal so betrachten mag?

Ein halber Meter Mensch, der Mamas Aufmerksamkeiten wonnig und konsequent ganz für sich allein beanspruchen wird. Eine Aufgabe, die Mama viel besser kann, als Papa, denn ein Baby ist klein und schmutzig, alles damit verbundenen Pflichten gebühren eher einem Uhrmacher, denn einem Mammutjäger. Es wird schreien. Nach Mama. Es wird gewickelt werden. Von Mama. Es wird die Nächte durchmachen. Mit Mama.

Und was wird dann aus unserem Mammutjäger? Er wird doppelte Arbeit leisten, dafür aber auch noch all die kleinen Aufmerksamkeiten einbüßen, die sonst nur für ihn allein da waren. Und eifersüchtig zuschauen dürfen, wie sie dem kleinen Nachwuchs zuteil werden.

Insgesamt kann sich ein solcher Schritt für unsere Männer tatsächlich als ein Kuhhandel entpuppen. Und es ist wichtig, dass wir dies verstehen.

Sie sagen ganz schnell mal "ja" unsere Herren der Schöpfung. Da hören wir gut hin. Wenn sie dann aber vielleicht hier und da mal doch den Kopf einziehen, dann müssen wir sehr aufmerksam sein, dies auch zu bemerken, und vor allem: zu verstehen.

Ich kenne so manche Frau, der dies erst recht spät aufgefallen war.

Viele Männer gehen auch mit unseren Babywünschen mit, vielleicht aber nicht mehr dann, wenn unser Kinderwunsch schon sehr lange besteht, die Sexualität schon lange darunter leidet und er das Gefühl bekommt, dass die ganze Kinderwunschpraxis der Frau seelisch mehr schadet als nutzt.

Das erlebe ich recht häufig. Es sind die Männer, die dann sozusagen die Notbremse ziehen, wenn jedes Frühstück nur noch aus spermienfördernen Multivitamindrinks besteht, wenn beim Eisprung das Telefon im Büro Alarm läutet und die körperliche Liebe zu einem Begattungsakt reduziert wird. Geht all dies noch einher mit chirurgischer Unterstützung zur Empfängnis, kommt die Notbremse noch wahrscheinlicher.

Die Notbremse, die mir wohl am häufigsten begegnet, ist die, die unsere feinfühligen Männer nach einer Fehlgeburt, oder sogar mehreren Fehlgeburten ziehen. Sie sehen uns um unsere Kinder weinen und sagen sich: "Das ist es nicht wert", oder "dafür möchte ich nicht noch einmal verantwortlich sein", oder "Meine Frau soll so etwas nie wieder erleben". Das ist ganz lieb gemeint. Und verständlich. Sollten wir aber weiterhin einen Kinderwunsch hegen, dann müssen wir unbedingt eine gute und tiefgehende Kommunikation zu unseren Männern unterhalten. Können wir das alleine nicht schaffen, dann kann eine Ehetherapie uns genau dieses gegenseitige Verständnis vermitteln, und uns Kommunikation lehren. Keine Angst also vor solchen Schritten, lieber ein guter Ehetherapeut als eine unglückliche Ehe.


Elternkonflikte

Hiermit meine ich Konflikte, die wir mit unseren eigenen Eltern, in der Regel sind es die Mütter, mit in unser Leben "verschleppt" haben.

Das Wissen hierum ist ein relativ neues und stammt aus dem Familienstellen nach Bert Hellinger. Ich möchte dies einmal kurz – auf des Thema Kinderwunsch zugeschneidert – zusammenfassen:



Wir erweben unser Brutpflegeverhalten jeweils von unseren Müttern. An vielen Primaten, die im Zoo gehalten werden, geht dieses Brutpflegeverhalten zurück, ja es geht sogar verloren, weil ihre Umgebung im Zoo zu unnatürlich ist, und weil große Teile der Brutpflege vom Zoopersonal übernommen wird. Ein Teufelskreis. Die Affenmütter wissen immer weniger, wie sie ihre Babys versorgen und großziehen sollen. Heute ist man sogar schon dazu übergegangen, den Affenmüttern Videofilme zu zeigen, in denen gezeigt wird, wie man sein Baby versorgt.

Halten wir das also fest, ja ? Wir erben unser Brutpflegeverhalten nicht, wir erwerben es!

Wir erwerben es von unseren Müttern, und die von ihren Müttern und so weiter, und wer weiß, vielleicht tragen wir ja wirklich ein gutes Stück der Erfahrungen der Neandertalerin in uns.

Nimmt man nun die Erfahrungen aus dem Familienstellen nach Hellinger hinzu, dann bedeutet dies, dass wir nicht nur das Brutpflegeverhalten erwerben, sondern, quasi als Draufgabe, sämtliche Gefühle, die unsere Mütter vor, während und nach der Schwangerschaft für (oder gegen?) uns hegten, all ihre Ängste und Sorgen, große und kleine Kämpfe, all ihre Hoffnungen, all ihre Hoffnungslosigkeit, usw. Und diese erwarben dies wiederum von ihren Müttern, und so weiter, bis wir vielleicht wieder bei der Neandertalerin angekommen sind.

Wann und wie aber kann nun ein solch "verschleppter" Konflikt unsere Empfängnis beeinflussen?

Die Übertragung der inneren Gefühle einer Mutter auf ihr Kind geschieht meist zeitgleich in der Relation. Das bedeutet, wenn eine Mutter, als ihr Säugling vielleicht 6 Wochen alt war, plötzlich Angst bekommt, ihn nicht mehr gegen das "Böse in dieser Welt" verteidigen zu können, dann beisst sie vielleicht die Zähne tüchtig zusammen, um diese Herausforderung anzunehmen.

Stellen wir uns also vor, der kleine Säugling war ein Mädchen, ist inzwischen selbst Mutter eines 6 Wochen alten Säuglings. Nun wird sie sich der übertragenen Gefühle ihrer Mutter erinnern, und die Zähne zusammenbeißen, sobald sie mit ihrem Kind schmust, ohne zu wissen, WARUM sie dies tut. Erst das Familienstellen oder einige psychokinesiologische Diagnoseverfahren oder Hypnose bringen dann den Hintergrund für dieses "Zähnezusammenbeissen" ans Tageslicht.

Es gibt also eine zeitliche Relation für all diese Gefühlsebenen und sie übertragen sich von einer Generation auf die andere.

Nun gehen wir einen Schritt weiter. Schauen wir doch einmal, wie unsere Mütter oder Großmütter sich VOR der Empfängnis ihres ersten Kindes fühlten. Waren ihre ersten Kinder wirklich Wunschkinder? Oder könnte es auch sein, dass die eine oder andere Angst hatte vor einer ungewollten Schwangerschaft. Berücksichtigt man die schwierigen Zeiten allein im letzten Jahrhundert, dann dürfte man einer heimlichen "Abneigung" gegen eine Schwangerschaft wohl häufiger begegnen, als man zunächst angenommen hatte. Es gäbe viele Gründe für unsere Vorfahrinnen, sich emotional gegen eine Empfängnis sträubten. Allein einer würde ausreichen, um UNSERER Empfängnis ebenfalls im Wege zu stehen.

Ein kleines Beispiel macht dies vielleicht anschaulicher. In meiner Praxis befragte ich eine Kinderwunschpatientin aus genau diesem Hintergrund zur Empfängnisbereitschaft ihrer Mutter. Sie sagte, darüber wisse sie nicht bescheid, sie wisse nur, dass ihre Mutter ein Adoptivkind sei. Betrachtet man diese Tatsache innerhalb unserer These, dann hatten wir es hier vermutlich gleich mit zwei "Hindernissen" zu tun. Zum einen die Großmutter, die ja gar nicht empfangen hatte. Zum anderen die Mutter, die mit großer Wahrscheinlichkeit selbst von ihrer Mutter nicht erwünscht war. Möglich wäre sogar eine Angst der Mutter vor einer Schwangerschaft. Sicherheitshalber empfahl ich also meiner Patientin mit ihrer Mutter ausführlich über dieses Thema zu sprechen, ganz besonders aber über die Gefühle der Mutter in der Zeit BEVOR die Mutter sie empfangen hatte.

Tja, was auch immer da über Mutter und Tochter gesprochen wurde, diese langjährige Kinderwunschpatientin teilte mir wenige Wochen später mit, sie sei schwanger. Damals fragte ich mich das erste mal, ob man solche Belastungen denn wirklich immer über geeignete Therapieformen auflösen muss, oder ob ein solches, inniges Gespräch von Mutter zur Tochter nicht ebenfalls ausreichen kann. Ich glaube ja, es kann ausreichen.

Das Auflösen solcher Familienbelastungen ist ein wunderschönes und spannendes Thema. Heute gibt es schon überall in Deutschland Möglichkeiten, an einem Familienstellen teilzunehmen. Eine tolle Sache, die in unser eigenes Engagement fällt, und die, falls sie nicht gleich zum gewünschten Resultat (ein Baby!) führen sollte, ja immerhin ein prima Erfahrung für uns bedeutet.

Es wundert jetzt bestimmt auch gar nicht mehr, wenn ich nun hier noch erklären möchte, dass aktuelle Konflikte mit unseren Müttern, seien sie von "heute" oder von irgendwann aus unserer eigenen Kindheit, natürlich ebenfalls ein Hindernis für unsere Empfängnis darstellen können. Dauerhafter Stress mit unseren Müttern sieht die Natur nicht vor. Und wir tun gut daran, falls wir in Konflikten mit unseren Müttern stehen, diese schleunigst aufzulösen. Nur keine Angst. Wir können davon ausgehen, dass alles, was uns selbst aus unserer Kindheit belastet, unsere Mütter ebenfalls belastet. Und wie schön kann es dann sein, die Mutter mal zu einer Tasse Kaffee auszuführen und diese "alten Geschichten" endlich zur Auflösung zu bringen. Wir können dann sehen, wie erleichtert auch unsere Mütter sind. Und es ist häufig, dass meine Patientinnen ganz überrascht sind, wie "offen" ihre Mütter über diese Themen reden mochten, insbesondere auch über diese Theorie und über die Dinge, die wiederum die Mütter noch aufzuarbeiten haben.

All dies kann dazu gehören, zu unserem eigenen Weg zur Empfängnis. Ein Arzt kann uns dies nicht abnehmen. Und vielleicht ist das auch ganz gut so, denn es bringt uns ein gehöriges Stück weiter in unserem eigenen Leben und trägt ganz nebenbei dazu bei, dass wir selbst einer Generation von Müttern angehören werden, deren Bewusstsein und Verantwortung über das bisher bekannte Maß weit hinausgehen kann.

Ich wünsche euch also viel Spaß und Erkenntnis beim Reflektieren eures sozialen Umfeldes.

Lieber Gruß

Biggi