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Die gängige kinderwunschpraxis

Wenn es einem Paar nicht gelingen will, ein Baby zu zeugen, dann stehen ihm heute großartige Hilfen zur Verfügung.

Es gibt zahlreiche auf unerfüllten Kinderwunsch spezialisierte gynäkologische Praxen, in denen man versucht, die Ursache hierfür heraus zu finden und sehr individuelle Hilfe zu leisten. Am Ende dieses ganzen Hilfsprogramms stehen möglicherweise Inseminationen oder sogar eine künstliche Befruchtung, die in vitrio Fertilisation. (ivF). Die Möglichkeiten sind da heute - zum Glück- sehr vielfältig.

Auch die Pharmaindustrie trägt ihr Scherflein dazu bei. Auf dem Markt gibt es heute zahlreiche Arzneien und Hormonpräparate, die eine Empfängnis begünstigen sollen.

Hinzu kommen noch zahlreiche alternative Behandlungsmethoden, die meist für sich allein recht gute Aussichten auf eine natürliche Empfängnis in sich bergen, aber auch zusätzlich zu den schulmedizinischen angewendet werden können.

Der wohl häufigste Weg junger Paare ist wohl der in die spezialisierte gynäkologische Kinderwunschpraxis.

Ich kenne viele Paare, insbesondere aber Frauen, die sich in der Zeit vor, während oder nach der Betreuung durch eine solche Kinderwunschpraxis an mich wandten. Und wenn jetzt jemand glaubt, diese Frauen wären nun voller Optimismus, Euphorie und voll Wissen, dann liegt er damit nicht immer richtig.

Die Zeit in der Kinderwunschbetreuung ist häufig ein Auf- und Ab der Gefühle und wirft viele Fragen auf. Es ist ja oft so, dass man Dinge im Nachhinein anders beurteilt als im Vornherein. Deshalb möchte ich eingangs mal Grundsätzliches zu diesen Kinderwunschpraxen beleuchten.

Eigentlich müsste ich nun etwa so vorgehen:

Zunächst könnte ich Euch einige Abbildungen aus dem Anatomieatlas zeigen, erklären, wie alles normalerweise funktioniert, um dann ellenlange Listen anzufügen, die voll sind mit Hormonchecklisten, Antikörperkuren, Anzahlen und Mobilitätskriterien männlicher Spermien, dann folgte die Auflistung all derer Maßnahmen, die dank des medizinischen Fortschrittes heute denk- und machbar sind, und was Unsereins dann während solcher Prozeduren erwartet, ob es wehtut, was es kostet – nur für den Fall, dass die von uns untersuchten Werte in auch nur einem einzigen Punkt von den den Ärzten vorliegenden Sollwertlisten und -tabellen abweichen.

Ihr kennt mich gut genug, um zu wissen, dass ich genau dies natürlich nicht tun werde.

Es gibt genügend Informationsbroschüren und Bücher, die dies bereits tun. Vermutlich habt ihr alle schon eines davon im Regal?

Das ist gut so. Es ist wichtig, über alle Möglichkeiten der Kinderwunschpraxis informiert zu sein. Und es ist durchaus nicht so, dass ich etwas gegen diese Praxen hätte, auch wenn sich dies vielleicht so anhören mag.

Patientin in einer solchen Praxis zu sein, kann sehr anstrengend, frustrierend und unter Umständen auch sehr teuer werden. Um dies alles durchzustehen, sollte jedes Paar zunächst einmal für sich entscheiden, ob dieser Gang in eine solche Praxis in seinem individuellen Fall auch sinnvoll ist.

Dazu hier einige Gedanken von mir:

Finanzielle Hintergründe

Die finanzielle Situation der Ärzte hat sich im Laufe der letzten zehn Jahre geändert, und zwar sehr. Verbanden wir früher automatisch mit dem Ärztestand auch immer Wohlstand, einem schönes Eigenheim, einem Zweitwagen, so sieht das heute ganz anders aus.

Jahr für Jahr kürzen die Kassen die finanziellen Zuwendungen an die verschiedenen Praxen, ständig ändert sich das Abrechnungssystem zwischen Ärzten und Kassen. Schon lange zahlen einige Ärzte zu, besonders diese, die zu viele Untersuchungen an ihren Patienten pro Quartal durchgeführt haben, oder die zu viele Medikamente verschrieben.

Die unmittelbare Folge lesen wir tagtäglich in den Zeitungen: Viele Praxen müssen schließen.

Und: viele Untersuchungen und Rezepte bleiben aus, weil der Arzt sie sich einfach nicht mehr leisten kann.

Während einerseits Lieferanten medizinischer Geräte z.b. noch unangemessen hohe Gewinnspannen aufweisen können, ist die gesundheitliche Versorgung vor Ort, nämlich in den Praxen auf Kosten wirtschaftlicher Zusammenstreichungen nun qualitativ auf einem derart niedrigen Niveau, dass es an Vergleichen fehlt.

Stand früher noch der Patient und dessen medizinische Versorgung im Mittelpunkt der kassenärztlichen Arbeit, so konzentriert sich die Arbeit der Ärzte heute mehr und mehr darum, diesen wirtschaftlichen Betrieb geschickt zu leiten und somit einigermaßen über die Runden zu bringen.

Wer bitte, würde es den noch praktizierenden Ärzten verübeln können, dass sie in dem Moment, wenn sie ihren Patienten gegenübersitzen und entscheiden, welche Untersuchungen und welche Therapien für diesen in Fragen kommen, stets auch gleichzeitig die finanziellen Aspekte dieser Maßnahmen im Auge behalten?

Das gilt für alle Ärzte, auch für die Gynäkologen.

Es ist also, schon rein vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt her, eine vernünftige Entscheidung für einen Gynäkologen, sich mit Kollegen zusammen zu schließen, die Unkosten für Personal und Praxisräume zu teilen, um eine auf Kinderwunsch spezialisierte Praxis zu gründen.

Die stetige jährliche Zunahme ungewollt kinderloser Paare auf dem deutschen Patientenmarkt bekräftigt diesen Gesichtspunkt noch.

Weitere Vorteile: die medizinischen Fortschritte dieser Fachrichtung in den letzten Jahren waren sehr groß, es ist ein Fachgebiet, welches einerseits für den Arzt den Anreiz des Neuen innehat, andererseits ist dieses Fachgebiet vom Wissensumfang für den Arzt angenehm überschaubar, schließlich ähneln sich in einer reinen Kinderwunschpraxis die Beschwerden der Patienten sehr.

Die Entgeltung dieser Arbeit ist ebenfalls wesentlich höher. Verdient ein Arzt in einer Praxis für ein Patientengespräch maximal knapp 40,- DM, sind es für eine in vitrio Fertilisation schon gleich mehr als 6000,- DM.

Die Patientin kommt auch nicht nur einmal. Die Abfolge zahlreicher Untersuchungen mit dem üblicherweise sich anschließendem Programm von vier bis sechs Inseminationen und dann anschließenden ivF ähneln eher einem Abonnement von Patienten, deren Wiederholungsbesuche in der Kinderwunschpraxis sehr gut planbar und kalkulierbar sind.

Bleibt noch zu bemerken, dass die Kosten für eine ivF vermutlich in den Anfangszeiten gerechtfertigt waren. Durch die steigende Zahl ihrer Anwendungen und Ökonomisierung ihrer Techniken ist jedoch davon auszugehen, dass die heute dafür wirklich noch anfallenden Kosten eher niedriger geworden sind, die Gewinnspanne dementsprechend höher.

Die Mühlen der Krankenkassen mahlen langsam, das bezahlen die Versicherten und bei häufigeren ivF dann die verzweifelten Kinderwunschpaare selber. Sie zahlen genaugenommen doppelt.

Heutzutage ist jeder und alles mehr oder weniger ein wirtschaftliches Unternehmen. Wenn ich hier einer spezialisierten Kinderwunschpraxis diesen Beinamen „anhänge“, dann ist das so gesehen auch gar nichts besonderes mehr. Es ist nur gut und billig und vollkommen nachvollziehbar, wenn die „ausführenden Betriebe“ sich stets der Forschungs- und Marktlage anpassen.

Nichtsdestotrotz sollte man aber auch diese Aspekte kennen.

Vor- und Nachteile der Kinderwunschpraxen für die Patienten

Unzureichende psychische Betreuung:

Die Kinderwunschpraxen kümmern sich um den Organismus, nicht um die Psyche.

Wann immer eine Patientin in meine Praxis kommt, die die Behandlungen in einer Kinderwunschpraxis bereits kennt höre ich spätestens nach zehn Minuten einen Kommentar, eine Kritik, die sich wie ein roter Faden durch all diese Behandlungen zieht:

„Ich war dort nichts, als einfach eine Nummer..“, oder „... auf unsere menschlichen Aspekte ging dort niemand ein“. So, oder ähnlich fühlen sich leider immer noch die meisten der Frauen.

Frauen, die, oft schon lange einen unerfüllten Kinderwunsch haben, sind meist schon sehr traurig über diesen Zustand. Mit dem Aufsuchen einer auf ihr Problem zugeschneiderte Praxis verbinden sie automatisch auch ein auf sie eingehen, damit, dass man ihnen signalisieren würde, dass man sehr wohl mit ihnen fühle. Sie hoffen, jemand würde ihnen beistehen, bei der allmonatlichen Berg- und Talfahrt zwischen Eisprung und Zyklus.

Dass dies nicht, oder nur sehr selten der Fall ist, das sagt einem bei genauerem Hinsehen eigentlich schon die Logik, erklärt sich wieder einmal über Abrechnungssysteme und Praxisabläufe. Doch häufig denkt man vorher einfach nicht drüber nach. In dem Moment, wo die Aussicht naht auf eine eventuelle Heilwerdung der körperlichen Symptome, spürt man als Patientin natürlich auch ein großes Bedürfnis, die gesamte seelische Seite dieser Symptomatik ebenfalls in die Hände dieses rettenden Behandlers zu geben, dass man darüber oft vergisst, wen man da vor sich hat.

Die Betreuung der psychischen Situation der Patientinnen fällt nur in sehr geringem Maße in den Arbeitsbereich der Kinderwunschpraxen. Dies wird oft als Defizit empfunden. Ich empfinde das auch so, umso mehr, als ich eingangs ja meine Ansicht darüber darlegte, dass das gleichzeitige Betreuen sowohl der körperlichen als auch der seelischen Probleme das Optimum an Therapieansatz für mich darstellt. Ich kann diesen Frauen dann nur raten, sich entsprechende Hilfe bei entsprechenden Therapeuten zu holen, und zwar bestenfalls schon vor dem ganzen Kinderwunschprogramm.

Auf und Ab der Gefühle:

Die folgenden Punkte sind nicht unbedingt Nachteile der Kinderwunschpraxis, ich finde aber, man sollte sich schon auf bestimmte Dinge einstellen.

Es ist mit einer Vielzahl von Untersuchungen zu rechnen, von denen jede einzelne eine Gefühlsaufwallung auslösen kann, man fragt sich oft „was ist, wenn diese Untersuchung für mich unerwünschte Ergebnisse bringt...“. Hat man die Ursache schließlich gefunden, dann ist dies absolut positiv, der Weg dorthin sieht jedoch oft so aus, dass man sich geistig bei jeder Untersuchung viele Eventualitäten durch den Kopf gehen lässt.

Das klingt hier so banal, aber in der Praxis sieht es dann manchmal ganz schön turbulent aus. Wenn zum Beispiel eine Frau eine genetische Untersuchung plant, dann ist es nicht die Regel, dass sie diese durchführen lässt und in aller Seelenruhe das Ergebnis abwartet. Häufiger erlebe ich es eher so, dass sie bereits Tage vor der eigentlichen Untersuchung darüber nachdenkt was sie täte, wie sie entscheiden und handeln würde, falls diese eine Untersuchung für sie belastende Resultate hervorbrächte. „Wenn sich heraus stellte, dass ich in meinen Genen einen Defekt hätte, der sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 bis 15 % auf mein Kind übertragen könnte, würde ich dann überhaupt noch den Mut haben, schwanger zu werden, Mut haben für eine Insemination oder eine ivF?“

Gedanken solcher Art macht man sich weniger beim Arzt, die macht man sich zuhause. Ein gesundes soziales Umfeld, richtig gute Freundinnen oder Verwandte zu haben, kann da eine sehr große Hilfe sein. Vorraussetzung hierfür ist natürlich, dass dieses soziale Umfeld in die Kinderwunschabsicht eingeweiht ist.

Oft brauchen Männer etwas mehr Mut:

Auch die Herren der Schöpfung sollten einigermaßen darüber informiert sein, was auf sie zukommt, damit sie für ihre Spermienproben dann auch die dazugehörige Portion Selbstbewusstsein oder Humor parat haben. Liebe Frauen, unsere Männer sind es in der Regel nicht gewohnt, eine gesundheitliche Verantwortung für ihre Sexualorgane zu übernehmen, schon gar nicht, wenn sie diese dabei den Untersuchungen und Manipulationen fremder Menschen überlassen sollen. Ein männliches Pendant zum Gynäkologen gibt es in ihrem Alltag nicht, also sind für die meisten Männer derlei Untersuchungen vollkommen ungewohnt und vielleicht befremdend.

Das sollten wir beachten und eine gute Portion Verständnis dafür aufbringen.

Auch hier haben wir es mit uralten Versagensängsten zu tun. Die Angst, nicht zeugungsfähig zu sein wird hier oft angstvoll gleichgesetzt mit jedweder Beeinträchtigung der Manneskraft, und das ist ein harter Brocken. Ich kenne durchaus einige Fälle, in denen die Männer sich weigern, an einem Kinderwunschprogramm teilzunehmen.

Da hilft nur, sich mit Geduld und Engelszungen langsam und aufklärend in solche Bereiche der männlichen Bewusstseinsebene vorzuarbeiten, bis diese dann zur Mitarbeit bereit sind.

Eine Frau könnte schon im vornherein versuchen, sich in ihren Mann einzufühlen und auch wissen, dass das einfühlsame Umgehen mit ihrem Mann dann auch noch in ihren Aufgabenbereich fällt. Das ist nicht immer leicht.

Nebenwirkungen bei Hormongaben:

Möglicherweise ist mit längerer Einnahme von Medikamenten oder Hormonen zu rechnen.

Auf die Hormone reagieren die Frauen sehr unterschiedlich. Einige vertragen sie ganz prima, andere aber nur sehr schlecht. Ähnlich wie die Nebenwirkungen der Pille, kann es schon sein, dass man sich durch die Hormongaben in seiner Lebensqualität vielleicht eingeschränkt wird.

Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwäche können auftreten, manchmal über einen langen Zeitraum. Meist erleben solche Nebenwirkungen diejenigen der Frauen, die auch ähnlich auf die Antibabypille reagieren.

Verstärkung des Negativprogramms:


Was bitte ist ein Negativprogramm und was hat es damit auf sich?

Ein Paar das beschließt ein Baby zu bekommen und es dann nahezu postwendend zeugt, würde ich als optimistisch bezeichnen.

Aber nicht alle Paare sind oder waren optimistisch.

Es gibt auch Paare, die schon im vornherein leichte Zweifel an ihrer Zeugungsfähigkeit haben.

Wir alle kennen sie, diese beiden Kinderwunschvarianten.

Da gibt es die einen Frauen, die schlichtweg nicht den geringsten Zweifel haben, schwanger werden zu können. Diese Frauen gehen so optimistisch mit ihrer Empfängnisfähigkeit um, dass es niemanden wundert, wenn sie schon wenige Wochen nach ihrem Entschluss, schwanger werden zu wollen, jubelnd mit einem rosaroten Streifen ihres positiven Schwangerschaftstests durch die Gegend stolzieren.

Und dann gibt es da noch die anderen: Sie sind vorsichtiger, ängstlicher, ja sie formulieren ihren Kinderwunsch schon ganz anders: „ na, ja, falls ich schwanger werden kann, dann würde ich.....“, sie haben oft große Angst, dass etwas schief gehen könnte, dass es nicht gleich „klappt“, und reihen sich so ein in die Gruppe von Frauen und Paaren, die ohne jedwede Verhütung dann manchmal jahrelang auf ein Kind hinarbeiten – mit meist weniger oder spätem Erfolg. (Übrigens beziehe ich dies auf Männer ebenso)

Ich habe den Eindruck, dass diese zweite Gruppe immer größer wird. Immer mehr Menschen zweifeln an ihrer Empfängnisfähigkeit. Immer schneller glauben Frauen oder Männer, dass sie unfruchtbar seien. Immer öfter treffe ich diesen Kreislauf aus Angst und Nichtempfangen in meiner Praxis an. Hier treffen wir das Negativprogramm in unserem Unterbewusstsein.

Es funktioniert, wird verstärkt oder gelindert durch das Prinzip einer Wechselwirkung.

Zweifel sind Stressoren und erschweren die Empfängnis. Wer nicht empfängt, hegt hinterher noch mehr Zweifel. Und schwups, sind wir schon drin im Kreislauf des Negativprogramms.

Verstärkt wird dieses dann sehr, wenn Frauen in ihrer Äthiologie tatsächlich auf schlechte Erfahrungen zurückgreifen müssen, wie etwa eine Fehlgeburt. Unser Unterbewusstsein lernt recht schnell aus derlei Dingen, und schneller, als wir denken, haben wir uns ein Programm des Fortpflanzungsunvermögens auf unsere Festplatte gezogen, wurde das Negativprogramm verstärkt.

Wir müssen hier unbedingt noch die Tatsache würdigen, dass bereits unser Körper eine Art natürliche Vorausscheidung trifft. So sagt man, dass es ganz natürlich sei, wenn jede dritte Schwangerschaft schon in den ersten Wochen ihr natürliches Ende findet. Haben die Frauen älterer Generationen dies oft als „zu späte Regel“ zur Kenntnis genommen, so sieht dies heutzutage gänzlich anders aus:

Die Schwangerschaftstests wirken bereits vor der zu erwartenden Regel, schon eine Woche nach ihrem Ausbleiben besitzen wir einen Mutterpass und ein süßes, kleines Ultraschallfoto.

Fordert dann möglicherweise wirklich Mutter Natur ihr Tribut, dann ist schon allein durch das frühe Bewusstwerden der Mutterschaft die Trauer unermesslich groß.

Und wieder lernt die Frau: ich bin unfruchtbar.

Das ist gewiss keine Bagatelle. Dieses Negativprogramm schlägt zur Zeit riesengroße Wellen.

Die Kinderwunschpraxen haben Zulauf wie noch nie.

Behandelt wird hier aber wieder nur die eine Hälfte. Noch immer fehlt die logische Konsequenz, nämlich dieses Negativprogramm stets auch mit zu heilen.

Und letztendlich ist es doch so, dass der Besuch der Kinderwunschpraxis an sich schon ein solches Negativprogramm bewirkt. Hat man sich vorher vielleicht noch mit etwas Gelassenheit sagen können, man habe es ja nicht ganz so eilig, vielleicht klappt es ja nächstes Jahr, dann ist spätestens die Überweisung zum Facharzt, nämlich zur Kinderwunschpraxis im Grunde genommen gleichzusetzen mit der Anerkenntnis einer Diagnose, die da lautet: „Ich bin unfruchtbar“

Der richtige Zeitpunkt:

Wann ist wohl der richtige Zeitpunkt, eine Kinderwunschpraxis aufzusuchen?

Einerseits sollte man nicht warten bis ans Ende seiner Tage. Andererseits besteht jedoch bei sehr ungeduldigen Paaren die Gefahr, zu früh und zu schnell diesen Gang anzutreten, und dadurch vielleicht voreilig zu dem Vorurteil, unfruchtbar zu sein, zu gelangen, zu früh in den Kreislauf des Negativprogramms zu geraten.


Möglicherweise nehmen sie sich dadurch womöglich eine reelle Chance, ein Kind auf natürlichem Wege zu zeugen, besonders dann, wenn organisch keine Defekte, oder nur Hormonschwankungen vorliegen.

Hormonstatus, Spermiogramme und in geringerem Maße auch organische Defekte unterliegen bei den meisten Paaren einer ständigen Schwankung, die uns auch ohne jedes Dazutun hoffen lassen können, dass „andere Zeiten“ sich vielleicht besser zum Zeugen eines Kindes eignen werden.

Und es gibt eine Menge vieler guter Dinge, die man selbst noch tun kann, um eine natürliche Empfängnis zu begünstigen.

Je nach Situation und Geduld des Paares muss diese Entscheidung immer vom Paar selbst getroffen werden. Menschen sind – zum Glück – so sehr verschieden, dass auch die Entscheidung über das Aufsuchen einer Kinderwunschpraxis sowie über das „Wann“ immer ganz individuell von ihnen selbst getroffen werden muss, und gemeinsam.

In meiner Praxis und in den Seminaren erlebe ich sowohl Frauen, die noch von keiner Kinderwunschpraxis betreut wurden, als auch welche, die zeitgleich zur alternativen Behandlung oder zum Seminar auch in der schulmedizinischen Kinderwunschpraxis sind.

Und auch diese, die zu den ca. 50 % der deutschen Frauen gehören, die aus diesem Kinderwunschprogramm am Ende dann herausgehen, ohne dadurch ein Baby bekommen zu haben.

Selbsthilfe ist immer möglich. Sie ist vergleichsweise preiswert und ungebunden.

Und sie steht, so wie ich sie erlebe, in ihrer Erfolgsquote den schulmedizinischen Quoten in nichts nach.

Hätte ich einen Wunsch frei, dann wünschte ich mir, dass Paare, die die Betreuung durch eine schulmedizinische Kinderwunschpraxis für sich in Erwägung ziehen, zuvor versuchen, sich zunächst selbst zu helfen mit z.b. den Dingen, die ich in diesen Seiten beschrieben habe, und dass sie, ganz nach dem Modell der englischen Praxis Dr. Gowri Mothas sowohl ihre Fruchtbarkeitsmassagen erhalten und eine psychische Betreuung vor und während der „Kinderwunschtherapie“.

Diese "Selbsthilfe" ist natürlich auch hinterher möglich.

Und vor allem auch: Zeitgleich!

Die diagnostischen Möglichkeiten der Kinderwunschpraxen sind hervorragend und sollten unbedingt genutzt werden.

Wobei wir letzten Endes aber sehr wohl die Wahl haben ist: die Form der Therapie.

Unter Selbsthilfe verstehe ich zum Beispiel das Arbeiten mit dem Unterbewußtsein, das Aufsuchen von Heiltherapeuten, die Anschaffung des einen oder anderen guten Buches oder vielleicht einfach nur das erlernen der Fruchtbarkeitsmassage.

Es gibt auch hier viele Möglichkeiten.

Eines nur darf nicht sein, nämlich, dass ihr vor lauter Selbsthilfe vielleicht bei auftretenden Symptomen möglicherweise nicht mehr euren Arzt aufsucht. Nach wie vor gilt: lieber einmal zu viel zum Arzt, als einmal zu wenig. ER ist und bleibt der Diagnostiker!

Und ihr versteht sicherlich, dass ich hier noch einmal darauf hinweisen muss, dass ich in keiner Weise für die Tipps und Tricks aus "meinem Nähkästchen" haften kann.

Für alles andere aber wünsche ich euch - wie immer: Viel Erfolg!

Den Unterschied des seelischen Bildes dieser Frauen möchte ich kurz so erklären: Künstliche Befruchtungen wie auch Inseminationen rufen in den betroffenen Frauen meist Ängste hervor, diese Kinder womöglich wieder zu verlieren. Diese Angst scheint die Fehlgeburten dieser Frauen zu begünstigen. Schafft man es, psychotherapeutisch diese Angst zu lindern und an ihre Stelle Zuversicht zu vermitteln und das klare Gefühl, sich als das zu empfinden, was man ist, nämlich eine Schwangere (!), dann kann die Patienten ihrerseits ein Seelenleben in die Therapie mit einbringen, welches die schulmedizinischen Maßnahmen unterstützt.

Diesen Faden möchte ich nun weiterführen. Es stellt sich ja nun die Frage, ob dieses unterschiedliche Seelenleben der Frauen bereits bei der Empfängnis eine Rolle spielt.

Diese Frage beantworte ich mit einem deutlichen: Ja!

Ich habe nun weit genug ausgeholt, um die Wichtigkeit auch der psychischen Seite bei einem Kinderwunsch herauszustellen.