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Mein Weg in die Kinderwunscharbeit

Hier findet Ihr eine Liste von Therapeuten, die die Fruchtbarkeitsmassage anbieten:

zur Liste der Therapeuten

 

Jeder Mensch hat seine Geschichte. Eine kleine logische Abfolge der Dinge, die letztendlich immer zum Hier und Jetzt führen, es als vollkommen normal erscheinen lassen.

 

Auch ich habe eine solche Geschichte. Wenn mir jemand vor 10 Jahren erzählt hätte, ich würde eines Tages jungen Paaren dabei helfen, ihren Kinderwunsch zu erfüllen, dann hätte ich ihm vermutlich einen Vogel gezeigt, hatte ich doch als klassische Homöopathin und Hypnotherapeutin gerade 5 Jahre Lehrtätigkeit in Sachen Naturheilkunde hinter mir und zu diesem Zeitpunkt gänzlich andere Pläne und Schwerpunkte.

Es muss so Anfang der Neunziger gewesen sein, als mir eine Einladung ins Haus flatterte. Eine von vielen, die sich tagtäglich in meinem Briefkasten zusammenfinden. Diese hier war etwas besonderes: Es war die Einladung für die Teilnahme an einem Kongress für spirituelle Geburtsvorbereitung in London. Auf eine solche Idee konnten nur die Engländer kommen, ich jedenfalls hatte von SOWAS noch nie gehört.

Also saß ich kurze Zeit später, gemeinsam mit meiner Freundin und Kollegin im Flieger nach London. Es war ein wunderbarer Kongress. In England gibt es keine Heilpraktiker, so nahmen an diesem Kongress zahlreiche namhafte Ärzte und Gynäkologen, Psychologen, Heiler und etwa 60 Hebammen teil. In Deutschland hätte ganz bestimmt kaum jemand einen medizinisch-spirituellen Kongress besucht, so war ich wirklich überrascht, ein derartig hochkarätiges Publikum dort vorzufinden. Ich verstand dann auch endlich, dass man in England das Wörtchen "Spiritualität" ganz anders empfindet, als hierzulande, wo man damit immer auch ein gehöriges Maß an Esoterik und Scharlatanerie verbindet.

Stellt man einmal die vollkommen natürliche und selbstverständliche Akzeptanz der Briten ihrer Geistheiler hinten an, so ging es bei diesem Kongress sehr konzentriert um ausschließlich die psychischen und seelischen Aspekte der Heilung rund um das Thema Schwangerschaft. So langsam begriff ich dann auch noch besser, weshalb wir ausgerechnet hier unseren Vortrag über die emotionale Körpertherapie und den "babytalk" halten sollten.

Es war ein unvergessliches Arbeiten. Wir referierten nämlich endlich mal vor "Insidern", im wesentlichen "Midwifes", großartigen, stets offenen und wissensdurstigen, erfahrenen Hebammen, arbeiteten gemeinsam mit ihnen, demonstrierten unsere Therapieformen. Nachdem unsere Arbeit dann getan war, versuchte ich natürlich, noch so viel wie möglich auch selbst noch vom Rest des Kongresses mitzubekommen und schlüpfte in die Vorträge meiner Kollegen.

Und so landete ich bei Dr. Gowri Motha. Ich muss mich korrigieren, denn Mrs. Motha einfach so als Kollegin zu bezeichnen wäre falsch und vermessen. Vielmehr ist Gowri Motha für mich eine Galleonsfigur fortschrittlicher Gynäkologie, sie hat Meilensteine in der ganzheitlichen Kinderwunschpraxis gesetzt. Vor ihrer Arbeit konnte und kann ich mich nur verneigen.

Dr. Motha ist Inderin und leitet seit vielen Jahren eine gynäkologische Praxis mit dem Schwerpunkt Kinderwunschtherapie und natürliche Geburt in London. Wie ihre Kollegen führte sie auch Inseminationen und in vitrio Befruchtungen durch. Mit dem Erfolg dieser Arbeit war sie aber schon bald nicht mehr zufrieden. Diese Unzufriedenheit lag einerseits an der prozentualen Erfolgsquote, die bei Einsetzen von drei künstlich befruchteten Embryonen nur so um die 30 % liegt, zum anderen aber an der psychischen Situation der so behandelten Frauen unmittelbar nach dem Einsetzen der Embryos.

Sie alle haben etwas gemein: Sie warten auf das, wovor sie sich am meisten fürchten, nämlich darauf, dass sie diese Kinder wieder verlieren würden. Und so wie kleine Kinder auf ihren Fahrrädern, die vermeiden wollen, gegen einen Baum zufahren, es mit einer Zielstrebigkeit zuwege bringen, allein durch diese Angst, dieses spezifisch ausgerichtete "Nichtwollen", dann genau auf diesen einen Baum zuzusteuern um mit ihm zu kollidieren, so nahm Frau Motha an, dass ihre künstlich befruchteten Patientinnen durch ihre große Angst vor dem Verlust ihrer Babys möglicherweise genau diesen aber mitbegünstigten.

Die Richtigkeit dieser Gedankengänge stellte sich heraus, als sie begann, ihre so behandelten Patientinnen in der Zeit nach der künstlichen Befruchtung psycho- und hypnotherapeutisch zu begleiten. Die Zahl der erhaltenen Schwangerschaften stieg.

Wenn wir hier festgehalten haben, dass ein ausgeglichener, seelischer Zustand sich positiv auf den körperlichen Zustand auszuwirken scheint, dann liegt es nahe, dies auch anzunehmen für die Zeit des Kinderwunsches an sich, muss bereits hier entsprechend angesetzt und gearbeitet werden, um mögliche Blockaden schon im Vorfeld zu lösen.

Aber auch das körperliche System kann auf die eine oder andere Art Blockaden aufweisen, die einer Empfängnis entgegenstehen.

Hier kommen wir zurück zur Arbeit Dr. Gowri Mothas. Sie kam zu ebendiesem Schluss: Nicht nur eine ungesunde seelische Haltung kann solche Blockaden verursachen, sondern auch ein ungesunder Körper. In ihrer Heimat in Indien lernte sie dann von Joseph B. Stephenson das, was ich euch später in diesem Buch als "Fruchtbarkeitsmassage" vorstellen möchte. Diese Massage ist eine Reflexzonenbehandlung wichtiger Stoffwechselzonen des Körpers sowie der Geburtsorgane.

 

So saß ich auf diesem Kongress in London und hörte den Ausführungen Gowri Mothas zu. Sie erklärte uns die Fruchtbarkeitsmassage und erläuterte, dass sie sie in ihrer Praxis nun grundsätzlich jeder Kinderwunschfrau angedeihen ließe und zwar einmal in der Woche für insgesamt 6 Wochen . Innerhalb eines Jahres würden so 60 bis 80 % ihrer Patientinnen auf ganz natürliche Art und weise schwanger werden. Künstliche Befruchtungen würden so in ihrer Praxis immer seltener, weil es halt nicht mehr notwendig sei.

Ich bin mal ganz ehrlich, ich hatte mich vorher nicht die Bohne mit den Erfolgsquoten der Kinderwunschpraxen auseinandergesetzt, so erkannte ich damals noch nicht, wie phänomenal diese sind. Im Gegenteil. Ich flog nach Hause zurück, verstaute meine Aufzeichnungen in den dafür vorgesehenen Aktendeckel und dachte, ich sei um eine schöne Portion Allgemeinwissen reicher.

Ja, und nun kann ich fragen: was kam denn nun zuerst, das Huhn, oder das Ei? Hatte mich irgendwer oder was zu Gowri Motha geführt, damit ich dem folgenden , unerklärlichen Boom von Kinderwunschpatientinnen in meiner Praxis auch gewachsen war – oder war es vielleicht andersherum, die alle haben irgendwie gerochen, was da wunderbares in meinen Aktendeckeln schmorte?

Kurz und gut, ich bekam aus heiterem Himmel in meiner homöopathischen Praxis ein gänzlich neues Klientel .Sogar im Kreis meiner Freundinnen häuften sich Fälle von unerfülltem Kinderwunsch. Ich denke mal, es waren eher die Freundinnen, die mich dann handeln ließen. Wann immer ich sie traf, sprachen wir natürlich über ihren Kinderwunsch. Mal war es auf einer Party, mal in der Kneipe und auch mal bei einer schönen Tasse Tee. Es war immer das gleiche Thema angesagt. Meine Freundinnen wurden Monat für Monat trauriger mit sich, verloren ihre Zuversicht und paradoxerweise taten sie nichts von dem, was ich ihnen so lange Zeit schon angeraten hatte. Eines Tages platze mir dann der Kragen. Ich dachte: Mensch Biggi, du bist Homöopathin, du bist Hypnosetherapeutin und du hast da noch so eine Fruchtbarkeitsmassage irgendwo in deinen Akten, und deine Freundinnen scheinen alle die gleiche, schreckliche Krankheit zu haben: Sie wollen ein Baby! Wenn du all dein Wissen zusammennimmst, und all diese Freundinnen, dann müsste das doch eigentlich ausreichen, um hier endlich mal durchzugreifen."

Gesagt, getan, ich bot ein kostenloses Probeseminar an. Wir trafen uns einmal die Woche für etwa 10 Abende. Wir führten viele wichtige Gespräche in der Frauenrunde, wir machten Entspannungsübungen, Emotionalkörpertherapie, Homöopathie – und natürlich Gowris Fruchtbarkeitsmassage. Alle Frauen beherrschten sie nach kurzer Zeit und massierten sich gegenseitig.

Ich muss mal dazu sagen, dass das Seminar "Weiblichkeit und Fruchtbarkeit" hieß, und durchaus nicht alle Frauen einen Kinderwunsch hatten. Die, die keinen hatten, waren halt eher nur interessiert, etwas für sich als Frau tun zu können, oder eben, setzt man Fruchtbarkeit mit weiblicher Gesundheit gleich, für diese etwas Gutes zu tun. Wir waren Zehn Frauen.

Und schon bald nach Ende unserer schönen Abende "erwischte" es eine nach der anderen.

Ausgerechnet unser "Binchen" war die erste. "Bine" war zu uns gekommen bar jeder Zuversicht, jeden Selbstvertrauens. Sie war unbeschreiblich unglücklich und traurig. Sie hatte in ihrem ganzen 33-jährigen Leben noch nie verhütet, einen Eierstock hatte man ihr schon in der Jugend entfernt. Der andere war gerade chirurgisch von Wucherungen befreit worden, dabei hatten sich die Ärzte den Eierstock gleich angeschaut um unserer Bine dann die Hiobsbotschaft zu überbringen: Dieser Eierstock sei vollkommen verkümmert, eine Empfängnis auf natürlichem Wege ausgeschlossen.

Eine schreckliche Diagnose, die sich mit einem dringenden Kinderwunsch einfach nicht vertragen will. Um so erstaunter waren wir alle, als Bine uns erklärte, sie sei schwanger. Sie verlor dieses Baby dann leider in schon nach einigen Wochen, doch sie durfte erleben, dass sie, entgegen der Prognosen ihrer Kinderwunschärzte , sehr wohl schwanger werden konnte. Und das wurde sie: Inzwischen ist sie stolze Mutter zweier Söhne.

Die nächste von uns war M., 42 Jahre alt, sie hatte schon ein Kind, aber das zweite wollte einfach nicht kommen, sie hatte vor kurzem schon 2 Fehlgeburten, so war auch sie sehr traurig und hätte beinahe den Mut verloren. Sie war die zweite im Bunde, heute hat sie drei Kinder.

Es folgte eine weitere Frau. Nummer vier dann war schicksalsträchtig, denn es traf tatsächlich mich selbst! Das war überhaupt nicht so geplant gewesen. Meine eigene Familienplanung hielt ich damals für abgeschlossen. Meine Söhne waren 12 und 18 Jahre alt und ich eine Mutter, deren Kulturtasche eigentlich niemals so richtig ausgepackt wurde. Ich war wirklich sehr viel unterwegs. Ich hatte mir Babys für meine Freundinnen gewünscht, aber nicht für mich.

Und so wurden nun nach und nach auch all die Frauen schwanger, die, als sie an diesem Fruchtbarkeitsseminar teilgenommen hatten, eigentlich keinen Kinderwunsch hatten.

Zwei Frauen blieben übrig, die bis heute nicht schwanger sind, das sind die beiden, deren Männer so schlechte Spermiogramme hatten. (Damals wusste ich noch nicht, wie man auch die Herren der Schöpfung behandeln kann...)

Der Erfolg dieses "Probeseminars" sprach für sich. Noch in meiner Schwangerschaft gab ich ein weiteres Kinderwunschseminar, mit ähnlichem Erfolg. Als ich dann innerhalb meiner kleinen Praxis keine größere Gruppe mehr zusammenbekam, bestellte ich die Kinderwunschfrauen kurzerhand für jeweils 6 Fruchtbarkeitsmassagen in meine Praxis. Kurz vor der Entbindung gab ich die Massage an zwei meiner Kolleginnen in unserer Gemeinschaftspraxis weiter – und bis heute landen immer wieder einmal Postkarten mit den Fotos knuddelliger Wonneproppen als lebendige Folgen von Seminaren oder Einzelberatungen und - Behandlungen in meinem Briefkasten.

Nachdem mein Nesthäkchen Kilian dann das Licht der Welt erblickt hatte, zog ich mich mehr und mehr aus dem Berufsleben zurück und genoss die nun etwas ruhigeren Zeiten. Nach einer Babypause begnügte ich mich mit wenigen Praxistagen . Es kehrte Ruhe in mein Leben.

Nur eines schien mir mit ungebrochener Vehemenz über den Weg zu laufen: Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch.

Inzwischen hatte ich wirklich eine Hochachtung bekommen vor dieser Art der Kinderwunschbehandlung . Im wahrsten Sinne zum Opfer meiner eigenen Arbeit geworden, wurde ich vorsichtiger mit meinem Kinderwunschengagement. Wenn Seminare ungerade Zahlen an Teilnehmerinnen hatten, nahm ich an verschiedenen Sequenzen nicht mehr teil, ich verhinderte sorgfältig, dass die Fruchtbarkeitsmassage etwa an mir demonstriert wurde, bei gewissen Entspannungsübungen verließ ich feige den Raum.

Es nützte aber nichts. Eineinhalb Jahre nach Kilians Geburt, wurde ich wieder schwanger. Wieder ganz unverhofft. Ich weiß, ich weiß: Wir leben im 20. Jahrhundert, es gibt zahlreiche Verhütungsmethoden und ich halte mich für eine durchaus aufgeklärte Frau mit bereits drei Kindern. Für mich ist diese Empfängnis bis heute nicht logisch zu erklären, ich hatte fleißig verhütet , erwartete aber dennoch mein viertes Kind.

Noch in der Schwangerschaft verkaufte ich prompt meine Praxis, mietete mich in kleineren, gemütlichen Praxisräumen einer gut befreundeten Kollegin ein und tauschte mein geliebtes kleines Auto gegen eine geräumige Familienkutsche. So schaffte ich genügend Raum in meinem Leben für meinen süßen , kleinen, neuen Gast.

Als auch in der neuen Praxis wieder Kinderwunschfrauen eintrafen, beschloss ich, mich um diese noch zu kümmern – mit meinem kleinen Kugelbauch war ich vor einer weiteren Schwangerschaft ja erst einmal sicher - , nach Janniks Geburt aber wollte ich ein für alle Mal die Finger von dieser Arbeit lassen.

Und dann kam alles ganz anders. Meine Schwangerschaft endete in der 23. SSW durch einen vorzeitigen Blasensprung. Von Jannik blieben nur zauberhafte, kleine Erinnerungen und eine winzige Grabstelle auf unserem Dorffriedhof.

Was in unserer leistungsorientierten Gesellschaft so lapidar mit "Fehlgeburt" bezeichnet wird, riss mir, einer großen starken lebenslustigen Frau, Mutter dreier Kinder, mitten im Beruf stehend, schlichtweg den Boden unter den Füßen weg.

Die Leere, die mich in der Zeit nach der Beerdigung meines Sohnes umgab, ist unbeschreiblich. Ich war unendlich traurig, meine Stimmungen wechselten zwischen Apathie und Wut, ich konnte nicht mehr schlafen, nicht mehr essen, ich wollte mich über nichts anderes unterhalten, als über diesen meinen Schicksalsschlag, ich glaubte, ich wäre nicht mehr gesellschaftsfähig und zog mich in mein Büro im Keller zurück. Dieser Keller wurde zu meinem neuen Lieblingsplatz. Sicherlich kam ich immer wieder einmal hervor gekrochen um mich irgendwelchen gesellschaftlichen Ereignissen zu stellen, aber ich war immer froh, wenn ich wieder zurückkehren konnte. Zurück in mein kleines, dunkles Schattenreich.

Von hier aus ging ich zunächst an die Öffentlichkeit. Ich war so empört über die Art und Weise, wie man mit mir – und immer noch mit vielen Frauen in ähnlicher Situation – im Krankenhaus umgegangen war, empört darüber, dass ich so derart kämpfen musste, um Janniks kleinen Leichnam überhaupt bestatten zu dürfen, dass ich beschloss, mein erster Schritt zurück ins Leben würde der sein, sofort auf diese Dinge aufmerksam zu machen und so mit zu bewirken, dass sie sich endlich ändern.

Ich drehte insgesamt 5 Filmbeiträge in verschiedenen Sendern, es gab zahlreiche Rundfunk und Zeitungsbeiträge. Eines Tages dann erhielt ich den Anruf einer Journalistin. Sie war so eine ganz nette, wollte mich, wie viele andere auch, irgendwie trösten und gab mir eine Internetadresse. Dies war die Adresse von Monis Bunter Seite.

Selbst betroffen, hatte Moni die Geschichte ihrer Fehlgeburt einst in ihrer Homepage geschildert und bekam daraufhin immer mehr Reaktionen und Anfragen von Frauen, die ähnliches erleben mussten. Als sie merkte, dass es zu viele wurden, um sich allein darum zu kümmern, schuf sie im Internet einen Treffpunkt für betroffene Frauen. Unter http://www.schmetterlingskinder.de ist so inzwischen ein ganz wunderbares Forum entstanden, in dem sich die Frauen mitteilen, austauschen und gegenseitig helfen können. In diesem Forum hatte ich auf der Stelle mein neues Zuhause gefunden. Hier konnte ich endlich ein gehöriges Stück meiner Trauer verarbeiten. Und zwar dann, wenn ich es brauchte. Ich brauchte es jeden Tag, ich brauchte es andauernd. Hier wurde mir rund um die Uhr geholfen, von betroffenen Frauen, von denen ich endlich dieses heißersehnte Gefühl haben konnte, dass sie mich wirklich verstanden. Und hier fing auch ich bald an, anderen Betroffenen zu helfen.

Manchmal ist es wirklich schon merkwürdig, wie das Leben spielt, wie es einem so manches Thema immer und immer wieder unter die Nase reibt, egal, in welchem Keller man sich davor versteckt, egal, wie weit man inhaltlich davor geflüchtet ist. Als gäbe es nicht selbstverständlicheres auf der Welt, kommt es einem einfach überall hinterher. Anscheinend wurde auch ich verfolgt und das kam so:


In unserem Forum treffen sich Frauen, die den schweren Verlust eines Kindes vor, während oder kurz nach der Geburt erleben mussten. Es ist nur verständlich, wenn die meisten von ihnen sich daraufhin irgendwann entschließen, diesen Pfad erneut zu beschreiten, sie einen erneuten Anlauf zum ersehnten Kind nehmen möchten. Und so begegnete ich hier zahlreichen Kinderwünschen in noch zahlreicheren Facetten. Einige Frauen waren vorher ohnehin nur erst durch Inseminationen oder in vitrio Befruchtungen schwanger geworden, einige hatten mehrere Fehlgeburten erlebt, und wieder andere waren im Grunde ja empfängnisfähig, nur wollte sich einfach über lange Zeit keine Schwangerschaft einstellen, bei wieder anderen waren es die Ehemänner, deren Spermiogramm zu kritisch für eine natürliche Empfängnis erschien. Und einige waren aus den schulmedizinischen Kinderwunschpraxen als austherapiert entlassen worden.

Für alle kam noch erschwerend hinzu, dass sie noch tief in ihren Prozessen der Trauer steckten, ihre Körper sich oft nur langsam von diesem Trauma erholen wollten und vor allem eines: Eine sehr, sehr tiefsitzende Angst vor einer Folgeschwangerschaft, Angst davor, dass wieder irgendetwas "schief gehen" könnte, Angst davor, vielleicht auch gar nicht mehr wieder schwanger werden zu können. Ein besonders wirkungsvoller Cocktail an seelischen Antagonisten eines Kinderwunsches!


Es lag auf der Hand, und es entspricht wohl einfach auch meinem Wesen, dass ich anfing, diesen Frauen hier und da Tipps zu geben, mal das eine oder andere empfahl oder einfach nur über die Erfahrungen aus meinem Nähkästchen plauderte. Ich kannte das Forum gerade drei Monate lang, als ich mein erstes Kinderwunschseminar in München gab.

Ich musste mich beinahe dorthin tragen. Ich wollte doch solche Seminare nicht mehr geben. Ich hatte auch Angst, möglicherweise dann selbst wieder dabei schwanger zu werden, meine Trauer war noch viel zu frisch und ich wäre am liebsten in meinem schönen Keller geblieben. Gleichzeitig empfand ich aber auch eine so tiefe Verbundenheit mit diesen Frauen, ich verstand, dass sie einen ganz erheblichen Trost erfahren würden, wenn sie endlich dann doch ein Kind in den Armen halten könnten, sodass mein Wunsch, ihnen zu helfen größer war, als meine gemütliche und bequeme häusliche Abgeschiedenheit. Es war ohnehin an der Zeit, endlich wieder vor die Tür zu gehen, und ich beschloss, dass dieses Seminar der Anfang sein sollte.

Das Münchner Seminar war zudem eine neue Variante meiner Arbeit, denn Trauer und Angst sind weitere Faktoren, die einem Kinderwunsch manchmal ganz erheblich entgegenstehen können. In der Trauertherapie hatte ich – außer meiner eigenen Betroffenheit – keinerlei Erfahrungen, aber ich nahm mir vor, mit diesen Gefühlsaspekten ganz genau so umzugehen, wie ich es mit allen anderen Aspekten in meiner Praxis immer getan hatte: Ansprechen, Rauslassen, Frieden schaffen. Mein Ehrgeiz, Seminarteilnehmerinnen schwanger zu bekommen, war in meinem ganzen Leben zuvor noch nie so groß gewesen, wie zu diesem Zeitpunkt. Ich zog alle nur denkbaren mir möglichen Register aus den verschiedensten Therapien hinzu. Sechs Monate nach dem Seminar waren zehn der elf teilnehmenden Frauen schwanger geworden, neun waren schwanger geblieben. Inzwischen sind schon viele dieser Frauen glückliche Mütter der "Münchenbabys".

Das ist eine unglaubliche Zahl. Sie ist so ungeheuerlich hoch, dass sie gar nicht als Maßstab gewertet werden kann. Aber sie ist absolut erfreulich. Und gab mir den letzten kleinen Schubs, nun auch in Monis Forum der Schmetterlingskinder ein kleines Beratungsforum für Kinderwunsch zu moderieren. (Vielen Dank an Moni dafür!!) Eine Arbeit, die mir wirklich viel Spaß macht, die inzwischen vielleicht auch zur Leidenschaft geworden ist. In diesem Forum, per E-Mail oder auch per Telefon berate ich nun neben meiner Praxisarbeit wieder Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch. Tja, so kann das Leben spielen. Von meinem festen Vorsatz, ein für alle Mal die Finger von der Kinderwunscharbeit zu lassen, bin ich nun in eine Situation geraten, in der ich stärker denn je, täglich und ausschließlich in Sachen natürlicher Kinderwunschtherapie beschäftigt bin. Ob wohl mein kleiner Jannik da "von oben" seine Fingerchen mit im Spiel hatte? Wer kann das wissen.

Dabei komme ich immer wieder in die Situation, grundlegende Dinge erklären zu müssen, die ich schon zig Mal erklärt habe, manchmal ist es auch so, dass Frauen Einzelheiten sehr wohl kennen, nicht aber das Ganze, manchmal korrigiere ich, weil etwas falsch verstanden wurde und immer öfter regt sich der Wunsch in mir, die Fragenden verweisen zu können, auf eine Internetseite oder auf ein gutes Buch.

Ich habe meine Suche nach einer solchen Verständnis – und Arbeitserleichterung inzwischen aufgegeben. Ich habe einfach nichts finden können.

Nun sitze ich hier,

und ich werde es Euch aufschreiben.

Meinen Ansatz, mein Wissen, mein Nähkästchen, meinen Hintergrund und meinen Weg.

Alles, was ich glaube , Euch irgendwie mitgeben zu können.

Meinen kleinen Wegweiser zur natürlichen Empfängnis......

 

 

 

 

Grundgedanken

Zunächst sollten wir uns am besten einmal anschauen, was in der naturheilkundlichen Kinderwunschtherapie anders ist wird, als in der herkömmlichen.

Die Naturheilkunde wird den Körper stets als ganzheitliches System betrachten. Natürlich betrachten wir auch Symptome, aber niemals nur eines oder zwei, sondern immer alle zusammen. Das mag dem Neuling möglicherweise zunächst etwas befremdlich erscheinen. Da dies aber ein wichtiges Prinzip ist, möchte ich es gerne genauer erklären.

Stellen wir uns vor, es kommt eine Patientin zum Gynäkologen und äußert dort zwei Symptome: Einen unerfüllten Kinderwunsch und einen fehlenden Eisprung. Der Gynäkologe wird in der Regel einen Hormonstatus erstellen und diesen dann gegebenenfalls durch gezielte Hormongaben zu korrigieren versuchen.

Käme die gleiche Patientin mit gleicher Symptomatik zu einem Heilpraktiker oder einem Arzt für Naturheilverfahren, dann würden zusätzlich zu diesen beiden Symptomen sämtliche anderen Symptome, die sie am gesamten Körper sonst noch hat, in die Diagnostik miteinbezogen werden. Hier würde es einen großen Unterschied ausmachen, ob diese gynäkologische Symptomatik begleitet wird von Migräne, Verstopfung, Hauterkrankungen, Allergien oder kalten Händen und Füßen. Es würde von Belang sein, welche prämenstruellen Symptome vielleicht vorhanden sind, welche Symptome die Menses begleiten, wie sich das Gemüt während dieser Zeit vielleicht ändert, und vor allem, seit wann dieser Zustand vorhanden ist, und wie alles war, bevor dieser Zustand eintrat. In der Tat ist eine solche Anamnese sehr, sehr ausführlich. Wichtig ist zu wissen ist hierbei: Alles Symptome sind von Bedeutung, auch solche, die man als Laie normalerweise gar nicht mit den eigentlichen in Verbindung bringen würde.

Behandelt wird das ganze System, und es ist gut möglich, dass während eines solchen Behandlungsverlaufs einige dieser sonst gerne vernachlässigten Symptome zunächst zum Abklingen gebracht werden, bevor die Heilung dann in zentralere oder funktionale Bereiche, wie den Eisprung vordringt. Denn so, wie die Diagnostik systemisch ist, so ist es auch die ganzheitliche Therapie, insbesondere die homöopathische.

Ein weiterer, wesentlicher Punkt: Die Naturheilkunde und die Homöopathie setzen auf die Selbstheilungstendenz des Körpers, beziehen sie in die Heilungsidee immer mit ein. Und dies ist eine nicht zu verachtende Größe.

Versuchen wir uns, doch vorzustellen, wie das ist, wenn wir uns einmal den Finger geschnitten haben. Wir versorgen die Wunde, kleben noch ein kleines Pflaster drauf, aber das ist auch schon alles. Vielleicht gehen wir anschließend ins Kino und genießen einen guten Film. Unser Körper aber wird diese Wunde heilen, er tut dies allein, ganz ohne unser Dazutun. Wir können uns darauf verlassen und schon nach ein paar Tagen ist alles verheilt. Um die Heilung an sich, kümmern wie uns eigentlich niemals. Es ist der Körper, der dies tut. Er heilt gebrochene Knochen, er schließt Wunden, er produziert heilsames Fieber, er lässt uns gesund schlafen, ja er sogar in der Lage eine ganze Schwangerschaft von statten gehen zu lassen, ohne, dass wir uns nur ein einziges Mal einmischen müssten, ihm eine Order geben müssten: "Bauch, bitte dicker werden", und er bildet auch hinterher alles wieder von allein zurück.

Im Idealfall kann unser Körper dies. Sollte er es nicht können, dann sind wir krank. Im Idealfall kann unser Körper auch schwanger werden. Er will und kann sich fortpflanzen, ganz ohne unser Dazutun, ohne, dass wir ihm dafür eine Order geben müssten, er kann es ganz allein. Sollte er es nicht können, dann sind wir krank.

Ich habe einen großen Respekt vor ebendiesen Mechanismen des Körpers. Unaufhörlich gleicht er aus, repariert er, wehrt er ab. Er tut dies unaufhörlich. In jedem Moment unseres Daseins. Und in 99,9% all seiner Betriebsamkeit, merken wir es nicht einmal. Es ist eine stille Abwehr. Ein Prinzip, welches an sich zeitlebens so lebenswillig und bejahend ist, dass wir dies hier unbedingt einmal würdigen und auch formulieren müssen: Der Körper ist stets dem Leben zugewandt, deshalb erhält er es!

Was kann das nun aber sein, wenn unser Körper diesem Prinzip nicht mehr oder nicht mehr vollständig folgen kann? Was ist das, wenn eine Frau "eigentlich" gesund ist, aber dennoch nicht schwanger wird. Wie kann es sein, dass sie von dem einen Hormon vielleicht "zuviel" hat, von einem anderen "zuwenig"?. Ein ganzheitlicher Therapeut würde hier niemals das eine Hormon unterdrücken, oder das andere verabreichen. Er würde sich immer fragen, wie und wo denn diese wundervolle körpereigene Intelligenz so sehr gestört wird, dass er seine Funktion nicht mehr vollständig ausüben kann.

Es gibt viele solcher Gründe. Ich werde sie später auch noch genauer betrachten. Hier wollen wir uns zunächst einmal den Oberbegriff der "Blockade" merken. Der Heilpraktiker sucht nach solchen Blockaden und versucht, sie zu lösen. Ist ihm dies gelungen, dann wird der so kurierte Körper zurückkehren in sein unerschütterliches Lebensprinzip, wird er von selbst das eine oder andere Symptom zur Ausheilung bringen, wird er nicht innehalten, bis nicht das ganze System wieder vollständig funktionstüchtig und integriert sein kann.

Das klingt einfach und geradlinig. In der Praxis ist es das jedoch nicht immer. Hinter dem Begriff " Blockade" verbergen sich vielfältige Begriffe, wie Auslöser, Ursachen, Intoxikationen, Umweltgifte, Arzneimittelfolgen, Familienanlagen und –Vererbungen, Allergien, Traumen, Ernährungsmangel, Lebensweise, seelische Depressionen, und Disposotionen. Diese Varianten und Kombinationen von Blockaden herauszufinden ist das Kernstück der Homöopathie und Naturheilkunde. Diese "Detektivarbeit" geschieht immer individuell innerhalb einer ausführlichen Anamneseerhebung.

Nun bin ich in den letzten Jahren vielleicht etwas zum "Fachidioten" avanciert, denn ich behandle fast ausschließlich Kinderwunschpaare. Aus dieser nun recht spezialisierten Erfahrung heraus nehme ich mir jetzt ein mal die Freiheit, einmal etwas eher unhomöopathisches zu tun. Ich werde euch die Hauptursachen und -Blockaden aufzeigen, die häufigsten Hintergründe, die ich in der Kinderwunschtherapie regelmäßig antreffe und auch die am häufigsten erfolgreichen Therapieansätze und Homöopathika.

Das klingt nicht nur nach einem Widerspruch, es ist auch einer. Schrieb ich nicht gerade noch von individueller Anamneseerhebung und der Gesamtheit der Symptome? Und im gleichen Atemzug spreche ich von homöopathischen Arzneien , die ich hier guten Gewissens empfehlen werde, ganz OHNE eine solche individuelle Anamnese. Ich werde es tun, obwohl es der homöopathischen Lehre widerspricht.

Durch die Spezialisierung ist meine Arbeit im Kinderwunschbereicht immer transparenter und durchschaubarer geworden. Ich habe schnell festgestellt, dass sich einige Begleitsymptome, Symptomengruppen und damit auch Arzneimittel wie ein roter Faden durch die Anamnesebögen meiner Patienten ziehen. Diese habe ich nun zusammen gestellt, ganz ähnlich, wie man es aus Ratgeberbüchern kennt, die dem homöopathischen Laien zu allerlei Schwerpunktgebieten überall zur Verfügung stehen.

Doch zur Homöpathie an sich möchte ich erst viel später kommen. Zuvor möchte ich euch andere, ebenso wichtige Teile meiner Arbeit vorstellen, und außerdem den Gedanken des "anderen" Ansatzes noch vertiefen. Diese anderen wichtigen Standbeine meiner Arbeit sind neben der Auflösung der besagten Blockaden in erster Linie die psychische Arbeit mit den Patientinnen, die Entlastung und Entgiftung des Stoffwechsels, manchmal die Korrektur von Mangel- oder Fehlernährung, und vor allem die Fruchtbarkeitsmassage nach Dr. Gowri Motha, einer Stimulation der Reflexzonen für den Stoffwechsel, der Leber, den Nieren und der Unterleibsorgane.

Ich möchte daher gerne einmal aufzeigen, wie eine solche ganzheitliche Behandlung in groben Zügen aussehen kann, anhand eines Beispieles. Stellen wir uns also eine typische Kinderwunschpatientin vor. Vielleicht eine von den Frauen, die eine vollständige Palette sowohl körperlicher als auch seelischer Symptome zu mir in die Praxis bringt, sozusagen eine Art Galionsfigur meiner täglichen Arbeit:

Sie kommt mit unerfülltem Kinderwunsch in meine Praxis. Das Selbstvertrauen in ihren Körper ist dahin. Sie hat "noch immer kein Kind" obwohl sie schon jahrelang auf eines "hinarbeitet". Sie ist traurig. Sie hat Angst. Angst davor, kein Kind bekommen zu können. Allein ihre Emotionen schon können sich verheerend auf ihre Körperhormone auswirken. Dazu hat sie einige Jahre eine auf Kinderwunsch spezialisierte Praxis konsultiert, hat etliche Hormonstimulierungen und vielleicht chirurgische Eingriffe über sich ergehen lassen, alles ohne Erfolg. Inseminationen und ICSI waren vergebens, die arme Frau als austherapiert aus den Diensten der Praxis entlassen, oft mit einem Infoblatt für Adoptionen in der Hand – natürlich nur, wenn sie für eine Adoption noch nicht zu alt ist.

Ihr Blutbild kann eigentlich nur noch als eine einzige Katastrophe bezeichnet werden. Es ist vollkommen verschoben, sie befindet sich nach all den Medikamenten in Bereichen einer Thrombose- oder Emboliegefahr. Ein Zustand, in dem keine vernünftige Körperintelligenz eine Schwangerschaft von sich aus herbeiführen und vermutlich auch nicht zustande kommen lassen würde. Hier ist eine Stoffwechselentgiftung wichtig. Es ist die körperliche Entgiftungsebene.

In dieser Kinderwunschpraxis hat sie eigentlich alles nur über sich ergehen lassen. Das ist vollkommen verständlich, denn was tut man nicht alles für ein Baby! Schade ist jedoch, dass sie hierüber verlernt hat, eigene Entscheidungen zu fällen, verlernt hat, sich selbst um ihre gesundheitlichen Belange zu kümmern, verlernt, so wie früher , ihren weiblichen Instinkten zu folgen. Sie kommt mit einer Vorstellung von Heilung in meine Praxis, die könnte man etwa so beschreiben: "Greif mit was auch immer du willst in meinen Körper ein und mach mich schwanger!!!" So, als hätte sie selbst damit nun überhaupt nichts mehr zu tun. Als wäre alles nur noch eine Angelegenheit von gezielten Arzneimitteln und einem ausgeklügelten Test- und Begattungsplan. Hier treffen wir die mentale Ebene. In diese Situationen sollte sich Selbstverantwortung und Selbstbewusstsein der Frau wieder zurück gesellen, aus dem Opfer wieder ein Täter gemacht werden. Diese mentale Ebene erreicht man immer über Bewusstsein und Verständnis.

 

Der mentalen Ebene ist die psychische Ebene sehr ähnlich. Aber nicht gleich. Es ist beinahe an der Tagesordnung, dass eine Frau, die zunächst lange Zeit vergebens auf ein Kind hofft und jeden Monat erneut ihre tiefe Enttäuschung erleben musste, die sich dann mit ihrem Wunsch so gänzlich in helfende Hände begibt, dass sie gleichzeitig jede Eigeninitiative, ihr ganzes Engagement für ihren Körper vollkommen aufgibt und stattdessen so einige medizinische Verfahren einfach nur über sich ergehen lässt, dann am Ende der Fahnenstange mit mehr oder weniger ausgeprägten Depressionen zu kämpfen hat. Wir nennen es das "Schwedische-Möbelhaus-Syndrom". Vielen Kinderwunschpatientinnen ist es schier unerträglich geworden einen solchen Ort zu betreten, denn allzu sehr schmerzt der Anblick der vielen anderen Mehrfachmütter und Hochschwangeren, die sich täglich um die Mittagszeit dort in großer Zahl zu versammeln scheinen. Auch von kleinen Festen und Unternehmungen zieht sie sich nach und nach gerne zurück, besonders dann, wenn der Rest des Freundes- oder Familienkreises mit großem Kinderglück gesegnet ist. Nun haben wir es zusätzlich zur Selbstaufgabe und Depression auch noch mit Isolation zu tun. Es kann sein, dass der Schlaf gestört ist, oft ist auch die Partnerschaft schwierig geworden, meist lustlos. Und das ist nicht verwunderlich, wenn der ursprüngliche Liebesspielakt nur allzu schnell zu einem termingerechten Begattungsakt degeneriert. Hat all dies nicht zum ersehnten Babyglück geführt, dann entsteht Hoffnungslosigkeit.

Die psychische Betreuung ist nicht nur der umfassendste sondern auch der wichtigste und schwierigste Teil einer ganzheitlichen Kinderwunschbehandlung!

Ein ebenfalls wichtiger Therapieteil ist es, eventuelle funktionelle Störungen der Organe zur Heilung zu bringen. Da hier die Selbstheilungskraft des Körpers unsere wichtigste "Arznei" ist, wird ebendiese sozusagen wieder angeschubst und gefördert, ich tu dies gern mit Hilfe der Fruchtbarkeitsmassage und der Homöopathie.

Mit homöopathischen Mitteln werde ich mich bemühen tiefgreifend in das vielleicht vorhandene Miasma einzugreifen, alte, mit dem unerfüllten Kinderwunsch im Zusammenhang stehende Erkrankungen zur Heilung zu bringen, oder bestenfalls den Körper soweit stimulieren, dass er diese nun endlich wieder allein ausheilen wird. Ich werde Blockaden lösen. Das ist die körperliche Ebene.

Und ich werde vielleicht mit einem Nahrungsergänzungsmittel dafür Sorge tragen, dass der Körper alles zur Verfügung hat, um diese enorme Arbeit auch zu leisten. So verläuft der Behandlungsverlauf schneller und die so entlasteten Körperfunktionen wirken sich immer auch positiv auf die seelische Ebene aus. Es stärkt auch das Selbstvertrauen in den eigenen Körper. Das ist der kleine Katalysator für beide Ebenen.

Nun ist es aber nicht so, dass eine Patientin so , wie ich sie gerade beschrieb, in meine Praxis kommt, und dann völlig umgekrempelt wieder geht. Nein, so ist das nicht. All dies ist ein allmählicher Prozess, in dem alle Ebenen ineinander greifen und sich gegenseitig begünstigen. Ein Prozess auch mal mit kleinen Rückschlägen, aber doch immer mit einer klaren Richtung : zurück zur Gesundheit!!!

Mehr tue ich nicht. Ich verwende keine Chirurgie und keine Hormone. Ich ziehe alle mir zur Verfügung stehenden naturheilkundlichen Register, aber ich mache nicht schwanger. "Babyflüsterin" nennt ihr mich, und mich ehrt dieser charmante Kosename auch sehr. Aber in Wahrheit versuche ich euch nur zurück zur Gesundheit zu geleiten.

Denn, wenn Körper und Seele gesund sind, damit meine ich WIRKLICH gesund, dann wird unser Körper nichts lieber tun, als das, was seit dem Tag unserer Geburt sein wichtigstes und Größtes Streben ist: dann wird er sich fortpflanzen ! Und zwar von ganz allein. Damit habe ich nichts zu tun, überhaupt nichts. Und, streng genommen, könnte ich auch behaupten, dass weder meine Patientinnen noch ihre wunderbaren Gatten dann noch etwas damit zu tun haben. Jedenfalls nichts im Sinne von bewusstem Handeln oder Vorsätzen und schon gar nicht im Sinne von Temperaturkurven, termingerechten Zeugungsvorgängen oder Ähnlichem. Der Körper braucht das alles überhaupt nicht. Das hat er auch historisch betrachtet niemals gebraucht.

Sein Streben, sich fortzupflanzen ist sein Lebenserhaltungsprinzip Er besitzt daher auch das Vermögen, uns im Bedarfsfall triebhaft genug zu steuern, so dass wir in Wirklichkeit nämlich nur eines tun müssen: Gar nichts tun!!!! Nicht eingreifen, nicht testen, nicht überprüfen, ja nicht einmal mehr auch nur irgendetwas von ihm zu erwarten. Das Patentrezept heißt hier viel besser: Vertrauen und Hingabe in ein Naturprinzip.

Dann geben wir ihm also am besten sofort die Zügel frei und vertrauen darauf, dass unsere wunderbare Körperintelligenz dann von allein in ihre natürliche, arterhaltende Gangart zurückverfallen wird. Zurück bis dorthin, wo wir uns das aller erste Mal eingemischt haben in unsere Körperfunktionen. Als wir ihn vielleicht als 15 Jähriges Mädchen durch die Antibabypille versucht haben, davon abzuhalten, diesem seinem Trieb zu folgen. Damals , als wir vielleicht Angst hatten, zu früh schwanger zu werden. Diese Angst von früher, ist sie es nicht, die uns beweist, dass wir diese Fortpflanzungstendenz, den menschlichen Vermehrungstrieb, sehr wohl kennen, und ihn aufs höchste respektierten?

Geben wir ihm die Zügel frei. Staunen wir, was er alles kann und, sehen wir selbst zu, dass wir diesen verloren gegangenen Respekt ihm gegenüber wiederfinden können. Dass wir zurückfinden in unser uraltes Vertrauen in uns selbst, unserem Körper und im Grunde genommen auch in die Natur an sich.

Wenn unser Körpersystem endlich wieder gesund ist

Wenn unsere Körperintelligenz endlich wieder freie Hand hat.

Wenn wir das Vertrauen in Beides in uns wiedergefunden haben.

Dann sind wir gesund an Leib und Seele.

Dann werden wir schwanger werden.

Nicht weil, wir das irgendwie manipulieren können.

Sondern: weil wir es nun nicht mehr verhindern können!!!!

 

Ergänzungen:

Bitte verzeiht, wenn hier die Zahlen um die angebliche Erfolgsquote er herkömmlichen Kinderwunschbehandlung andauernd schwanken, es gibt verschiedene offizielle Zahlen dazu – und keine gleicht der anderen.

Eine Anleitung zur Fruchtbarkeitsmassage von Dr. Motha findet ihr bei den einzelnen Themen.

Dr. Gowri Motha hat auch vieles im Dienste der Reflektologie und in Sachen Wassergeburt geleistet, sie entwickelte Anwendungsverfahren in der Schwangerschaft, die den Frauen die Entbindung erleichtern, sie schwamm mit Frauen, die an Schwangerschaftsberschwerden litten, mit den Delfinen, sie lehrt ihre Patientinnen Selbsthypnose und verfügt dennoch über eine moderne, mit allen technischen Möglichkeiten ausgestattete Kinderwunschpraxis im herkömmlichen Sinne. Eigentlich wollte ich hier eine Linksammlung hinstellen, aber diese wäre zu umfangreich. Gebt doch einfach mal Gowri Motha in die Suchmaschine ein, da werdet ihr reichlich Informationen zu ihrer Arbeit finden.

 

Meinen Ansatz, mein Wissen, mein Nähkästchen, meinen Hintergrund und meinen Weg.

 

Alles, was ich glaube, Euch irgendwie mitgeben zu können.

 


Meinen kleinen Wegweiser zur  natürlichen Empfängnis......